Astro A50 Test und Review (4. Generation): Audiophiles Highend Gaming Headset für Enthusiasten 

Das Astro A50 wurde laut Werbung "von Profispielern, Streamern und Designern" mitentwickelt, um so auch den maximal audiophilen Ansprüchen von Gamern zu genügen. Aber ist es das Astro A50 wirklich 320 Euro wert? Sebastian hat sich das Astro A50 im Test einmal genauer angehört und angeschaut.

Was uns gefallen hat


  • Software übersichtlich und eingängig
  • Funkübertragung ist sauber und störfrei
  • Bequeme Passform
  • Voller DTS-Support (keine Emulation)
  • Wahnsinnig gutes Klangbild
  • Gutes Mikrofon

Das war weniger gut


  • Extrem teuer
  • Zubehör teuer
  • PS4 benötigt einen PC für das Setup
  • Mikrofon nicht abnehmbar
  • Auf PS4 nur Stereo abgreifbar
Astro A50 Testergebnis
  • 9/10
    Design & Ergonomie - 9/10
  • 9/10
    Ausstattung & Vearbeitung - 9/10
  • 10/10
    Kopfhörer-Klang - 10/10
  • 9/10
    Mikrofon-Klang - 9/10
  • 7/10
    Preisleistung - 7/10
8.8/10

Kurzfassung

Optisch einfach ein Leckerbissen, dazu austauschbare Ohrmuscheln und ein hoher Tragekomfort. Leider werden eure Ohren gerne wärmer und die Kontrollelemente sind nur für Gamer sinnvoll. Auch die Verarbeitung von Mikrofon und Kopfbügel sind sehr hochwertig, beim Kopfband hätten wir uns jedoch was robusteres gewünscht zu dem Preis.
Der Ton (egal wo) ist dann das brachiale Argument für das Headset. Egal wann oder wo, wir waren absolut überzeugt. Beim Mikrofon gibt es einen Punkt Abzug, weil es manchmal in ruhigen Umgebungen etwas dünn klingt. Dennoch ist es ein hervorragendes Mikrofon!
Ja, 320 Euro lassen einen erstmal schlucken, dafür gab es auch Abzug in der Preisleistung. Allerdings wogen hier die Features wie die Software und volle DTS-Unterstützung das ganze auf.
Leider ist das Zubehör eher mager. Die Kabel wirken einfach und sind etwas zu kurz, da hätte man ruhig etwas tiefer im Lager wühlen dürfen. Die Akkulaufzeit von ca 12 Stunden ist auch toll, nur leider lassen sich diese nicht tauschen. Alles in allem ein super kabelloses Headset, aber leider sehr teuer.

Anmerkung: Dieser Artikel ist Teil unseres großen Gaming Headset Test und Wireless Gaming Headset Test. Dort findet ihr weitere Top Gaming Headsets als Alternative zum Astro A50, falls euch das Teil zu teuer ist.


Ausstattung & Verarbeitung


Bevor das gute Stück auf Bass und Hochtöne getestet, das Mikro besprochen und die Pegel geprüft werden, hier wie gewohnt die technischen Eckdaten.

Astro A50 Gaming Headset: Die wichtigsten Eckdaten im Überblick

  • Typ: Kabellos, geschlossen, Over-Ear
  • Lautsprecher-Treiber: 40 mm
  • Frequenzbereich Kopfhörer: 20 Hz–20 kHz
  • Wireless-Reichweite: 12m
  • Akkudauer: Ca. 13h, Ladezeit 6h
  • Mikrofon Richtcharakteristik: Unidirektional, Noise-Cancelling
  • Gesamtgewicht: 360g
  • Garantie: 2 Jahre
  • Mediakontrolle: Lautstärke, Game/Voice Balance, DTS 7.1 Umschaltung, Equalizer Auswahl, Ein/Aus, Mikrofon-Stummschaltung per Flip
  • Anschlüsse: USB (Ladung), Optischer Eingang, Optischer Ausgang, AUX In/Out, Mini USB (Ladung)
  • Maße: Basisstation: 21,6cm x 10,8cm x 2,9cm, Kopfhörer: 20,3cm x 19,8cm x 9,5cm
  • Verzögerung: 39ms

Der Karton ist massiv. Eine große, in Hochglanz bedruckte Schachtel liegt vor uns. In dieser Schachtel werdet ihr einen weiteren Karton finden, der luxuriös aufgeklappt wird. Die Ordnung darin wirkt fast schon steril. Kunststoffbehälter verpacken das Headset und das Zubehör. Alles wirkt genau abgestimmt und gezielt platziert. Astro, eine Marke von Logitech, möchte hier offenbar den anspruchsvollen Gamer bedienen.

Der Anschluss des Headsets ist dabei denkbar einfach. Wir befreien die Ladestation und das Headset aus dem Kunststoff und haben dann die Möglichkeit, die Station per USB oder optischen Kabel an unseren PC anzuschließen. Alternativ auch die Playstation oder Xbox.

Dabei merkt man aber direkt, die Kabel sind nicht so hochwertig wie der Preis vermuten lässt. Einfach gegossene Enden und dünne Kabel ohne große Abschirmung stören hier das Gesamtbild.

Die Ladestation selber erscheint solide. Matter und glänzender Kunststoff wechseln sich ab und die Schale an sich wirkt auch nicht zu plump. Das schöne daran ist, unser Headset liegt im Ladevorgang nicht einfach auf dem Tisch. Durch die Schale haben wir einen optisch ansehnlichen Standfuß für unser Premium Headset.

Das Headset selbst ist stabil verarbeitet. Im Werkzustand werden euch Velour-Überzieher für die Ohrmuscheln geliefert. Natürlich lässt Astro sich da nicht lumpen und bietet weitere in ihrem Shop an. Der Preis hat es allerdings ebenfalls in sich. Für ein einfaches Paar Kunstleder-Muscheln und eine Kopfstütze, zahlen wir im Set 39,99 Euro zuzüglich Versand.

Zudem sind Ohrmuscheln sauber verarbeitet, zumal sich der hier verwendete Kunststoff hochwertig anfühlt und problemlos ein paar versehentliche Stürze ohne große Schäden aushalten kann.

Außerdem sind die Scharniere am Rand robust und aus Metall gefertigt, was zur Langlebigkeit des Astro A50 beiträgt. Um den Kopfhörer leichter zu machen, ist der Kopfbügel leicht offen und ein wenig hohl, nur ein Mittelteil aus Kunststoff ruht auf dem Kopf. Zwar ist es flexibel, fühlt sich aber nicht so widerstandsfähig an, wie ein normales Kopfteil. Dennoch bekommt ihr auch beim Mittelteil eine Velour-Polsterung dazu.

Das Astro A50 ist sehr stabil verarbeitet

Auch die Bedienelemente an den Ohrmuscheln (Knöpfe) sind sehr gut verarbeitet. Es wackelt nichts und alles funktioniert wie es soll. Weiterhin taugt auch die Größenverstellung mittels Scharnier was und rastet ordentlich sowie direkt ein. Das Mikrofon, welches durch einen integrierten Flip- Schalter stummgeschaltet wird, gibt ein leichtes aber spürbares Feedback, wenn dieser betätigt wird. Das Headset macht also einen sehr hochwertigen Eindruck, und lässt klare Gegenspieler wie Roccat oder Razer ohne weiteres hinter sich.

Die Bedienelemente und die Velour-Polsterung des A50

Das mitgelieferte Zubehör entspricht allerdings eher einem einfachen Headset aus kleineren Preisregionen. Das zuvor angesprochene USB-Kabel und das optische Kabel, kommen gerade mal mit einer Kabellänge von einem Meter in den Karton. Das mag an der Konsole noch ganz praktisch sein, am PC kann das bei größeren Aufbauten oder Schreibtischen schnell zu Problemen führen.

Eine Treiber-CD vermissen wir auch hier wieder. Auch gibt uns die Schnellstartanleitung keinen Hinweis auf die eigene Software von Astro. Denn damit könnt ihr euer Headset auf den aktuellen Stand bringen und den Equalizer konfigurieren. Schade, hätte man bei einem Premiumprodukt absolut erwarten dürfen.


Design und Ergonomie


Es wirkt schon wuchtig, das Astro 50. Fast schon aggressiv muten die klar gezeichneten Kanten an, die mit glänzendem Plastik hervor gehobenen Konturen und matten Zusätze wirken aber insgesamt sehr edel.

Auch die Basisstation mit den dezenten LED Beleuchtungen für Soundmodus, Kanalauswahl und Ladestand sind zurückhaltend, aber hochwertig präsentiert.

Allerdings werdet ihr hier auf RGB-Beleuchtung oder ähnliches verzichten müssen. Astro hat das komplette Set in Schwarz gehalten, die LED in leichten Weisstönen ausgesetzt und möchte damit offenbar nicht zum neuen "Alles muss bunt sein!" Trend gehören.

Die Ladestation des Astro A50 sieht edel aus

Also aufgeladen das gute Stück, Software installiert, die Firmware aktualisiert und rauf auf den Kopf. Trotz des hohen Gewichtes, liegt es außerordentlich bequem an. Die Ohrmuscheln drücken euch nicht zu sehr auf den Kopf und wir haben einen angenehmen Anpressdruck durch die Kopfauflage. Zudem sind die Ohrmuscheln schön groß, womit eure Ohren perfekt abgedeckt werden und kein unnötiger Druck entsteht. Sehr angenehm!

Auch schnellere Bewegungen lassen das Headset kaum verrutschen oder unbequem wirken. Allerdings ist das Gewicht recht hoch, was einige stören könnte. Dennoch hat das unseren Sebastian nach drei Stunden Musik, Film und Gaming nicht weiter gestört hat.

Die dicken Velour-Ohrpolster sind wie gewohnt gut zu tragen und verteilen den Druck gleichmäßig. Wer auf Kunstleder umsteigen möchte, muss diese separat bestellen. Allerdings ist der Austausch sehr einfach. Ihr müsst nicht fummelig am Rahmen einen schmalen Gummiring aufziehen.

Ein Magnet-Klick-System, woran die Ohrmuschel-Schützer befestigt sind, nimmt euch das ab. Ihr wechselt also die Muschel innerhalb von Sekunden, ohne großen Aufwand. Das ist ein sehr angenehmer Zusatz.

Im Astro-Shop könnt ihr zusätzliche Ohrpolster erstehen

Die Geräuschdämpfung von Geräuschen die von Außen eindringen ist sehr gut. Es ist nicht so dicht "geschirmt", dass man euch drei mal rufen muss. Aber eine ausreichende Isolation von leichten und mittlellauten Außengeräuschen ist hier absolut vorhanden.

Durch die Velour-Polsterung ist das Astro A50 übrigens relativ atmungsaktiv, wodurch ihr nicht so schnell warme oder schwitzige Ohren bekommt. Trotzdem werden eure Ohren ziemlich warm bei längeren Zockersessions und Farmeinlagen.

Das Mikrofon kann hoch geklappt werden, wenn es nicht mehr in Gebrauch ist. So wird es dann auch gleich stummgeschaltet. Für den nötigen Abstand zum Mund, ist der Arm auf einer flexiblen Basis und kann so variiert werden. Wir haben aber weder an der Ladestation noch an den Kopfhörern ein Lichtsignal oder ähnliches, ob unser Mikrofon denn nun aktiv ist.


Anschluss, Technik & Software


Wo wir dann auch schon beim Mikrofon angekommen sind, nehmen wir uns doch mal die technischen Details und vor allem die Software weiter vor.

Anschluss & Technik

Wie gewohnt lassen wir das Headset durch diverse Szenarien laufen. Da jeder Nutzer seine eigenen "Lieblingsthemen" und Gebiete hat haben wir versucht, diese möglichst breit zu staffeln. Dabei haben wir das Headset an PC und PS4 per optischem Kabel angeschlossen.

Am PC wurde der Test nach Installation der zugehörigen Software von Astro vollzogen. Die PS4 konnte damit leider nicht dienen. Allerdings kann die Software laut Astro auf der Xbox One installiert werden, was für Sony klar ein Nachteil ist. Allerdings dürfen wir die Setups auf den Kopfhörern in 3 Profilen speichern, welche am Kopfhörer ausgewählt werden können. Möchten wir also den Luxus der Profile auch an der PS4 genießen, muss zwingend ein PC, MAC oder eine Xbox One aushelfen.

Das Headset wird nach dem Anschließen und beim Laden automatisch mit der Setup Station gepaart, allerdings nicht per Bluetooth. Astro hat sich hier für eine 5 Ghz -Funktechnik entschieden, welche statt der regulären 2,4 Ghz Technik auch zum Beispiel immer mehr im WLAN Bereich genutzt wird.

only4gamers Sebastian's Kommentar zum Thema Funkfrequenzen bei Wireless Headsets

Funkfrequenzen kann man sich wie eine Straße vorstellen. Nehmen wir an, eine 2,4 Ghz Technik ist eine dreispurige Straße. Dann können immer drei Geräte pro Spur fahren, ohne sich zu stören. Nun ist es aber so, dass immer mehr Haushalte Geräte auf diesem Frequenzband betreiben. Daraus können sogenannte "Überlagerungen" entstehen.

Das Resultat für eure Kopfhörer ist fatal: Hohe Latenzen in der Wiedergabe und Aufnahme bis hin zu kurzen Abbrüchen in der Verbindung. Die 5 Ghz-Straßen sind nun eine 6- spurige Straße. Wir können also mehr Geräte fehlerfrei nutzen.

Auf diesen Frequenzbereichen arbeiten zum Beispiel mittlerweile Handys, Mäuse, Tastaturen, Kühlschränke oder eure Amazon-Dots. Es empfiehlt sich also, bei vielen Geräten im sogenannten Freifunk- Bereich eine 5Ghz Technik zu nutzen. Unabhängig ob es Endgeräte wie das Handy, der Fernseher oder euer WLAN-Router sind.


So, nun aber weiter im Test.

Dabei haben wir eine Reichweite von ca 6 Metern getestet, getrennt von zwei Türen und Gipskartonwänden. Wichtig: Gerade Gipskarton ist durch die Zusammensetzung ein Störproblem auf diesen Frequenzen. Wir konnten hier allerdings keine Beeinträchtigung feststellen.

Auch das direkte Platzieren von einem Handy an der Station sowie der Sendestation der Roccat-Leadr, erzeugten auf keinem Gerät eine Störung.

Da wir nun also den technischen Grundsatz haben, das Headset angeschlossen und bereit ist, schauen wir uns doch mal das Herzstück an. Die Software.

Software des Astro A50

Die Software ist mit schlangen ca 200 MB schnell runter geladen und ebenso schnell installiert.

Nach der Installation wird das Headset schnell noch auf die Station gestellt, die aktuelle Firmware bespielt und dann dürfen wir uns auch schon in das Setup stürzen. Dieses präsentiert sich sehr übersichtlich und entschlackt. Wir haben keine aufwändigen Grafiken oder unsinnigen Einstellungen, allerdings ist uns alles etwas zu "Schwarz" hier.

Wir bekommen in den Equalizer-Einstellungen die Möglichkeit drei Profile anzulegen. Diese können auf verschiedenen Frequenzen unseren Vorlieben angepasst werden. Hier wird es allerdings interessant für wirkliche Audio-Freunde.

Durch den Button "Erweitert" unter dem einfach gehaltenen Equalizer, kommen wir in ein extra Menü. Schon bei der Einwahl werden wir darauf hingewiesen, dass die dortigen Einstellungen sehr sensibel sind. Und da geht es auch ans Eingemachte:

  • Mittenfrequenzen können in Hz direkt angepasst werden
  • Schalldruckpegel in dB Bereichen optimiert werden
  • und Bandweiten eingestellt werden.

Hier sollte man wirklich nur rein gehen, wenn man weiß was man möchte. Sonst wird das Klangerlebnis schnell zum gruseligen Ausflug.

Die jeweiligen Profile lassen sich dann in dreifacher Ausführung speichern, das Umstellen auf das gewünschte Profil passiert per Schalter am Kopfhörer selber. Schöner Zusatz: Damit wir wissen welches Profil gerade aktiv ist, wird auf der Ladestation mit 1 bis 3 beziffert welches ihr ausgewählt habt.

Was auch sehr angenehm ist: Habt ihr PC und Konsole angeschlossen (die Möglichkeiten bietet die Station dank zahlreicher Anschlüsse), könnt ihr das jeweilige Signal auswählen. Auch hier wieder per Schalter am Headset. Und auch hier wird das entsprechende Symbol auf der Ladestation euch anzeigen, welches Gerät aktiv ist.

Als nächstes kommen wir in die Mikrofoneinstellungen. Dort gibt es Voreinstellungen wie "Streaming, Night oder Turnier". Der Vorteil ist schnell aufgezeigt und per Tooltip erkennbar: Diese Profile zielen auf bestimmte Nutzungsbereiche ab. Alternativ könnt ihr auch Mikrofonlautstärke, Ebenen und Hintergrundaufnahmen regeln. Hier gibt es leider keine verfeinerten Einstellungen bezüglich der Frequenzen, was aber an der Charakteristik des Mikrofons liegt.

Das nächste Menü ist das sogenannte "Stream-Port", welches augenscheinlich auf Konsolen abzielt, denn bei Konsolen laufen Sprachchat und Spielsound über denselben Audiokanal. Durch die Software könnt ihr hier die Lautstärke zwischen dem Voice-Kanal und dem Spiel-Kanal trennen und unterschiedlich laut regeln. Interessanter Aspekt aber hier: Wenn ihr mit eurer Konsole streamt, könnt ihr so den Sprachkanal für euren Stream lauter beziehungsweise leiser stellen. Eine ungemein nützliche Komfortfunktion.


Astro A50 Mikrofon Test


Nachdem wir nun das Headset konfiguriert haben, die Einstellungen gespeichert sind und sitzen, hören wir doch mal genau hin. Dazu haben wir das Mikrofon für die sauberste Umgebung eingestellt, um eine direkte, klare und nicht verfälschte Aufnahme zu testen.

Bitte beachtet hier, die richtige Positionierung des Mikrofons. Astro hat hier keinen sogenannten Popschutz verbaut, das heißt starke S-Laute können zur Übersteuerung führen und sehr unangenehm für eure Spielkollegen oder euren Stream sein.

Wenn ihr mal hören wollt, wie das Astro A50 Mikrofon tatsächlich klingt, dann hört das folgende Klangbeispiel an:

Wie man aber aus unserem Test hören kann, haben wir ein klares und strukturiertes Klangbild. Sicher, ein Nierenmikrofon betrieben durch ein Mischpult oder ein Audio-Interface ist nicht zu toppen. Das möchte Astro mit diesem Headset aber auch nicht.

Was uns aber direkt begeisterte: Wir haben ein Audio-Monitoring. Kennt ihr das? Ihr wisst nicht, wie laut ihr im Vergleich zum Spiel seid, welches ihr gerade streamt? Das Astro A50 gibt euch bei Bedarf euer Mikrofon-Signal direkt mit auf die Ohren. Und das ohne Verzögerung. Gerade im Streaming ist das ungemein angenehm.


Klangbild der Kopfhörer & Basisstation erklärt


Aber kommen wir nun zum Hörgenuss mit dem Astro 50. Bei einem so exklusiven Preissegment, zur Erinnerung es sind 320 Euro die wir hier halten, erwarten wir mehr als nur die bereits erwähnten Features. Wie so oft in diesem Bereich von Headsets, haben wir auch hier wieder 40mm Neodym-Magnet-Treiber verbaut.

Gaming-Performance

Gespielt haben wir Rainbow Six: Siege (PC), Starcraft 2 (PC), Final Fantasy 14 (PC), Hotline Miami (PC), Horizon: Zero Dawn (PS4) und The Last of Us Remastered (PS4).

Dazu haben wir uns den Dolby Modus mit eingestellt und das Profil wie im Screenshot oben konfiguriert.

Der Dolby-Modus konnte uns hier allerdings direkt überzeugen, auch die Klangwiedergabe war sehr warm.

Der wuchtige Soundtrack von Hotline Miami brachte uns dabei mit am meisten Spaß, das Astro A50 gab uns hier ein furioses Klangbild wieder. Nicht selten standen wir einfach nur im Spiel und hörten Musik.

In Rainbow Six: Siege hatten wir einen anderen "Anwendungsfall". Hier gab es keine laute Musik die das Spiel bereichert. Genaue Ortung von Geräuschen ist hier gefragt, klarer Klang von Nebengeräuschen und eine saubere Differenzierung von TeamSpeak und Ingame-Sounds.

Unabhängig von Schritten, Schüssen oder den Umgebungsgeräuschen, war das Klangbild mehr als gut. Gerade die Höhen und sauberen Mitten haben uns hier gefallen.

StarCraft 2 und Final Fantasy profitieren hier auch klar von den hochqualitativen Treibern. Denn gerade die sehr epochalen Soundtracks konnten so begeistern. Da hatte es dann Hotline Miami auch nicht mehr schwer, mit seinem absolut eingängigen Soundtrack zu überzeugen.

An der PlayStation 4 haben wir uns die aktuelle SLIM-Revision genommen. Hier standen wir direkt vor einem Problem: Diese besitzt keinen optischen Ausgang für den Ton. Ebenso einen 3,5mm Klinkenanschluss vermissen wir. Also wird die Basisstation per USB an die Konsole gesetzt.

Hier taucht aber ein Problem auf, welches am PC nicht der Fall ist und auch leider von Astro auf Nachfrage bestätigt wurde:

Ja, sollte die Basisstation des Headsets die USB-Anschlüsse der PS4 nutzen, erkennt es die PS4. Wir können also den vollen Umfang des Headsets nutzen. Auch die jeweiligen Equalizer-Profile, welche wir vorher am PC eingestellt haben.

Aber der Ton wird nur in Stereo übertragen. Zwar sauber, und klangvoll, aber der DTS-Umfang wird komplett abgeschnitten. Das drückt auf die Wertung und ist enttäuschend für diese Preisklasse. Ansonsten erkannte unsere Testkonsole das Headset auf Anhieb und wieß es korrekt zu.

Filme & Musik

Danach ging es in die Filme bzw VODs. Wir haben dazu das Dolby-Profil mit unseren Einstellungen aktiv gelassen, um hier keine Verzerrung des Ergebnisses zu erzeugen. Dazu haben wir uns zum Beispiel extra VODs ausgesucht, die eine DTS-Tonspur haben. Ein reguläres YouTube-Video als Beispiel ist in 9 von 10 Fällen als einfacher Sound abgemischt. Damit wir aber gerade die DTS-Unterstützung testen können, brauchten wir richtiges Material. Dazu haben wir uns direkt auf der Seite von DTS diverse Clips genommen (https://dts.com/experience-dts-headphonex).

Da aber auch so ein geringes Verlustpotenzial besteht (bedingt durch die Übertragung und Überlagerung des Codecs), haben wir direkt Rohmaterial genommen. Dieses könnt ihr zum Testen auch kostenlos erhalten, wird als MKV gespeichert und bietet daher eine 1:1 Aufnahme des umfangreichen Klangspektrums. Abgespielt werden können diese Dateien zum Beispiel ganz einfach mit einem VLC Media Player. Diese unbearbeiteten Rohsound-Beispiele bekommt ihr zum Beispiel unter http://thedigitaltheater.com/dts-trailers/.

Wir nahmen uns dazu die folgenden vor: DTS:X Out of the Box (Long), SFX Long (Lossless) und Living World of Audio 2 Long (Lossless) .

Und hier zeigt das Astro A50 tatsächlich, dass es nicht nur ein unglaublich gutes Gamer-Headset ist. Die Abmischungen der verschiedenen Tonlagen, der Musik, die Bässe und Höhen - wir haben hier eine starke Kinoatmosphäre, die uns direkt eingefangen und umgehauen hat. In so einer Qualität, haben wir bislang kein Gaming-Headset erleben dürfen und können. Ja, selbst Kopfhörer wie der beyerdynamic DT 770 werden hier an ihre Grenzen kommen, welches wir als direkten Vergleich genommen haben. Gerade in höheren Lautstärken kommen hier ganz klar die Vorteile dazu.

Als Vergleich kann man hier durchaus eine starke Heimkinoanlage nehmen. Klar, der Lautstärkebereich in einem Headset ist um vielfaches kleiner, aber die Audioqualität das Astro A50 hier abliefert ist enorm und begeistert.

Die Basisstation des Astro A50

Doch woher kommt diese Klangqualität? Wie kann das alles in diesem Headset sein? Der Hintergrund ist ein einfacher und auch ein weiterer Grund, warum es den Preis nach oben treibt.

Reguläre oder einfache Headsets beziehen ihre Tonqualität aus einem einfachen Soundchip. Dieser greift eure Soundkarte ab und nutzt so diese Frequenzen. Das macht das Astro A50 beziehungsweise die Ladestation auch, aber was ist, wenn eure Soundkarte keine DTS-Unterstützung bietet?

Die Basisstation von vorne mit den schicken LED-Lämpchen

Normalerweise emuliert hier eine Software wie zum Beispiel die Sound Engine 3 von Steelseries den benötigten Codec zur Generierung des Tons. Astro, bzw. Logitech ging hier aber ein Stück weiter:

Wie erwähnt ist die Basisstation in der Lage trotz mehrer Eingänge zu registrieren, auf welchem Kanal nun eigentlich der Ton liegt. Die Lösung ist denkbar einfach: Man hat hier einen extra Soundchip verbaut, der so auch die volle DTS-Qualität abliefern kann. Diesen steuert euer PC ohne großes Treiber installieren von alleine an. Und das erklärt euch dann auch, warum die Software so umfangreich gestaltet wurde. Ein Schachzug, den man durchaus auch im Klangbild bemerken wird. Nicht ohne Grund schwärmen Soundkarten-Besitzer von einer tollen Qualität, im Gegensatz zu einfachen Soundchips die On-Board auf eurem Mainboard gelagert sind. Und auch die Konsolen kommen hier zum Zug, denn den Support des Chips merkt man rigoros.

Das Astro A50 verfügt über eine hervorragende Basisstation, die Dock-Aufladung und mehrere Anschlüsse bietet. Neben den vorne befindlichen Status-LEDs gibt es auf der Rückseite die Anschlüsse zu sehen.

Die Basis verfügt über eine normale Audioeingangsbuchse, einen optischen Eingang und Audio über das USB-Kabel, wenn sie an euren PC oder die entsprechende Konsole angeschlossen ist. Leider ist die Basisstation des A50 entweder nur für PS4 oder Xbox One kompatibel (je nach dem welches Modell ihr kauft), das Headset kann jedoch mit beiden Basisvarianten verbunden werden. Dennoch könnt ihr eine Xbox One Station auf der PS4 zu nutzen, indem ihr das optische Kabel anschließt und den PC-Modus verwendet.


Was ist der Unterschied zwischen der 3. und 4. Generation?

Wenn ihr euch überlegt von der 3. Generation des Astro A50 auf die 4. Generation upzugraden oder euch fragt, ob es sich lohnt die 60€ mehr auszugeben, dann haben wir hier die Unterschiede der Generation 4 für euch hier gelistet:

  • Design-Unterschiede: Farbe (Ohrpolster und Rahmen) jetzt hauptsächlich Schwarz, davor grüne oder blaue Akzente
  • Basisstation: Anschlüsse jetzt auf Rückseite, LED-Display vorne (gab es vorher nicht)
  • 2 Jahre Dolby-Atmos mit dabei bei Generation 4
  • Verbessertes Audio
  • Buttons auf Ohrmuschel um Klang auf Stimme oder Ingame Sound zu fokussieren (war vorher an der unteren Seite der Muschel)

Ist es lohnenswert vom A50 Gen 3 auf das Gen 4 upzugraden? Auf keinen Fall. Lohnt es sich die 60€ für das neue Astro A50 Gen 4 auszugeben? Eventuell. Wenn ihr farblich eher auf komplettes Schwarz steht und Dolby-Atmos wollt, dann ja. Ansonsten spart das Geld und holt euch die 3. Generation.


Fazit zum Astro A50 Test


Selten ist man von einem Produkt direkt begeistert. Oft ist man skeptisch, gerade bei „Gaming-Headsets“ welche immer einen faden Beigeschmack haben. Vorsicht ist also besser als Nachsicht.

Optisch ist das Astro A50 dezent, nicht zu sperrig und auch so wirkt die Verarbeitung absolut solide. Einzige Manko sind hier die gelieferten Kabel und das Fehlen von Kunstleder-Bezügen als Alternative, die man teuer bestellen darf. Da helfen auch keine „fancy“ Features wie austauschbare Cover Platten für die Ohrmuscheln. Aber es wirkt trotzdem hochwertig, gerade in Verbindung mit der Ladestation ist es ein Blickfang.

Die Software ist umfangreich und dazu bietet sie Einstellungen, die auch den Profi im Audiobereich begeistern. Denn hier wurde klar auf mehr abgezielt, als nur den „Durchschnittsgamer“.

Das Headset richtet sich also durchaus an den Enthusiasten. Jemanden, der gerne 320 Euro in die Hand nimmt, aber dafür ein unverwechselbares und echtes DTS-Audio-Erlebnis in seinen Spielen, Musik und Film wünscht. Unabhängig der Plattform, da die Profile auf der Ladestation gespeichert werden.

Ein wahnsinnig gutes Headset, auch wenn der Preis abschreckt. Aber durch Qualität kann es begeistern. Wenn ihr also mal 320 Euro rumliegen habt...


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