Deepcool Assassin III im Test: Der Noctua-Killer?

Zuletzt aktualisiert am: 28.11.2019

Wir testen und bewerten hier den DeepCool Assassin III, einen Heatpipe-Kühler, der sowohl bei der Kühlleistung als auch bei der Lautstärke viel verspricht. 

Doch kann dieser CPU-Kühler mit dem berüchtigten NH-D15 von Noctua mithalten? Deepcool behauptet das zumindest. Lasst es uns selbst rausfinden!

Was uns gefallen hat


  • Exzellente Kühlleistung
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Einfache Installation
  • Viele Extras im Lieferumfang

Das war weniger gut


  • Teuer
  • Sehr schwer
  • Problematische Höhe
  • Unter Last nicht der Leiseste
Deepcool Assassin 3 Testergebnis
  • 10/10
    Kühlleistung - 10/10
  • 8/10
    Lautstärke - 8/10
  • 10/10
    Installation - 10/10
  • 9/10
    Preisleistung - 9/10
  • 10/10
    Verarbeitung - 10/10
9.4/10

Kurzfassung

Der Deepcool Assassin III wurde dafür konzipiert, um mit dem König der Luftkühler – dem Noctua NH-D15 – zu konkurrieren. Und Junge ist Deepcool das gelungen. Die Kühlleistung ist in unseren Tests vor allem bei OC-Szenarien besser, als beim Noctua. Bei der Lautstärke müssen wir leider etwas abziehen, da der Assassin III dann doch etwas lauter wird unter Last. Die ultraleichte und schnelle Installation macht das aber wieder wett. Derzeit für den gleichen Preis wie der hässlichere braune Noctua-Kühler zu haben und sogar 10€ günstiger als die schwarze Version davon, kann man nur wenig meckern. Auch bei der Verarbeitung waren wir vollkommen begeistert. Absolute Kaufempfehlung von uns!

Anmerkung: Dieser Artikel ist Teil unseres großen CPU Kühler Test. Dort findet ihr weitere Top CPU-Kühler als Alternative.


Features & Verpackung

Der Deepcool Assassin III ist ein Doppelturmkühler mit sieben Heatpipes mit einem Durchmesser von 6 mm, die als gesinterte und gerillte Konstruktion daherkommen, sowie aus der Kupferbasis herausragen. Es gibt insgesamt vierundvierzig Aluminium-Kühlrippen pro Turm und zwei schwarze 140-mm-PWM-Hochleistungslüfter mit fluiddynamischen Kugellagern.

Im Folgenden haben wir für euch mal die wichtigsten Eckdaten des Deepcool Assassin 3 zusammen gefasst:

  • Sockel:  Intel LGA2066/2011-v3/2011/115x/1366, AMD AM4/AM3+/AM3/AM2/FM2+/FM2/FM1
  • Maße: 161x140x165 mm
  • Gewicht: 1464g
  • Heat-Pipe: ø6mm x7pcs
  • Lüfter-Maße: 140x140x25 mm
  • Lüfterdrehzahl: 400 - 1400RPM
  • Airflow: 90.37 CFM
  • Druck: 1.79 mmAq
  • Lautstärke: 29 - 45 dbA
  • Lüfteranschluss: 4-pin PWM
  • Kugellagerart: Fluid-basiertes dynamisches Lager
  • Stromverbrauch Lüfter:  2.52W

Deepcool hat den Assassin III mit bis zu 280 W TDP bewertet. Der Kühler ist 165 mm hoch (abhängig von der Lüfterposition), 140 mm lang und 161 mm breit, wenn beide Lüfter installiert sind. Die Sockelkompatibilität deckt alle gängigen und aktuellen Intel- und AMD-Varianten ab.

Der Kühler ist gut verpackt, gepolstert und sicher in der Box verstaut. Zudem ist alles deutlich beschriftet, im Lieferumfang ist außerdem eine Zubehörbox enthalten. Diese enthält:

  • 2x Premium-Lüfter
  • Geräuscharme Adapter
  • Lüfterclips
  • Reinigungstuch
  • Hochwertige Wärmeleitpaste
  • Montagesatz
  • Schraubenzieher

Design & Verarbeitung

Mit seinem schlichten, eleganten Design, hochglanzpolierten Kühlrippen und den coolen schwarzen Lüftern läuft der Assassin III dem NH-D15 definitiv den Rang ab. Denn das Braun von Noctua gefällt eben nicht jedem (obwohl Noctua nun eine schwarze Version herausgebracht hat – diese ist aber rund 10€ teurer).

Der Kühler selbst ist sehr gut verarbeitet, die Nickelbeschichtung der Heatpipes ist glatt und gleichmäßig - das gilt auch für die Basisplatte.

Die Oberseite der Wärmeübertragungsplatte bringt eine Lamellenkonstruktion zur Wärmeableitung zum Einsatz, die einem Wasserkühlblock nicht allzu unähnlich ist. Diese Form soll möglicherweise dazu beitragen, Wärme etwas schneller abzuleiten.

Der Lüfter kann im PWM-Modus verwendet werden, der von eurem Mainboard aus gesteuert wird. Insgesamt solltet ihr in der Lage sein, den Kühler problemlos einzubauen, ohne irgendwelche mit der Hauptplatine in Verbindung stehenden Teile zu blockieren, einschließlich der meisten RAM-Module.


Deepcool Assassin III vs. Noctua NH-D15


Da wir den Assassin III gerne mit dem Noctua NH-D15 vergleichen und er ja auch direkt mit ihm konkurrieren will, vergleichen wir die beiden immer mal wieder gerne in diesem Artikel. Im Vergleich zum NH-D15 sind die Abmessungen nämlich sehr ähnlich.

Die Höhe und Tiefe der beiden sind mit 165 x 161 mm nahezu identisch, aber der NH-D15 ist mit 150 mm etwas breiter, während der Assassin III nur 140 mm misst, was etwas mehr Platz zwischen dem Kühler und dem ersten PCIe-Steckplatz schafft.

Der Assassin III hat insgesamt sieben Heatpipes, wobei der NH-D15 nur sechs hat, während der NH-D15 mit fünfundvierzig eine etwas höhere Lamellenanzahl aufweist als der Assassin III mit vierundvierzig. Der NH-D15 hat also technisch etwas mehr Kühlfläche.

In Bezug auf das Gewicht ist der Assassin III mit 1464 g der schwerere von beiden, wobei beide 140-mm-Lüfter eingebaut haben. Der NH-D15 wiegt mit installierten Lüftern 1320 g, was eine beachtliche Gewichtsersparnis darstellt und daher die Hauptplatine / Befestigungen weniger belasten sollte.

Abgesehen von den oben genannten Unterschieden und den größeren 150-mm-Lüftern des NH-D15 sind sich Design und Aussehen sehr ähnlich. Uns persönlich gefällt das Aussehen der schwarzen Lüfter des Assassin III, da sie im Vergleich zu den braunen Standardlüftern des NH-D15 besser zu den meisten Farben passen.


Installation und Montage

Das Montageset für die Installation in vier Schritten vereinfacht den Einbau eines so großen Luftkühlers.

Insgesamt ist der Installationsvorgang sehr einfach und unkompliziert. Die Montage des Kühlers geht leicht von der Hand, der Montagesatz ist robust, handlich und sehr einfach einzubauen. Euer Mainboard muss aber wahrscheinlich aus dem Gehäuse raus, ansonsten wird es sehr frickelig.

Es ist jedoch anzumerken, dass durch Erhöhen der Lüfterhöhe (Platz für Arbeitsspeicher) die Gesamthöhe des Kühlers bis zu 195 mm beträgt, was in engen Gehäusen zu Problemen führen kann. Achtet daher darauf und messt lieber nochmal nach in eurem Gehäuse.

Wenn sich die Lüfter in der Standardposition befinden, beträgt der maximale RAM-Abstand 31 mm. Um die maximale Höhe des Kühlers einschließlich der Lüfter auf 165 mm zu halten empfehlen wir, den vorderen Lüfter in der Pull-Konfiguration zur E / A-Seite des Kühlers zu bewegen, um mehr Platz für den RAM zu schaffen und die Gehäusekompatibilität zu verbessern.

Nach dem Einsetzen könnt ihr nun das Lüfternetzkabel entweder an die CPU-FAN-Header des Motherboards oder an einen FAN-Controller anschließen. Der Einbau braucht maximal 10-15 Minuten und dann waren wir bereits für unseren Belastungstest.


Performance-Tests


Getestet wurden die Temperaturen auf einem aktuellen Z390-Mainboard mitsamt i7-9700K CPU. Dabei haben wir drei Dinge getestet:

  1. Lautstärke des Kühlers
  2. CPU-Temperatur im Leerlauf bei Basistaktung
  3. CPU-Temperatur unter Last (OC)

Beachtet, dass alle unsere Tests bei einer Raumtemperatur von ungefähr 23 Grad durchgeführt werden.

Zuerst wurde der Kühler 20 Minuten im Windows-Leerlauf gemessen, der i7-9700K läuft dabei mit seinen 3,6 GHz.

Um eine übertaktete Frequenz zu simulieren, wurde der 9700K zuerst auf 4,7 GHz und dann 5,0 GHz auf allen Kernen hochgeschraubt. Die gemessenen Temperaturen sind durchschnittliche Deltatemperaturen, die über die Länge des Tests gemessen wurden. Wir berechnen die Delta-Temperatur, indem wir die Umgebungstemperatur im Testraum von der gemessenen CPU-Temperatur sowohl im Leerlauf als auch unter Last abziehen.

Temperaturen

Alle Leerlauftemperaturen werden gemessen, indem das System 20 Minuten lang in Windows im Leerlauf betrieben wird. Die Lasttemperaturen werden erreicht, indem AIDA64 erneut 20 Minuten lang CPU, FPU und Cache beansprucht. Dies sollte der CPU genügend Zeit geben, um ihre maximale Temperatur zu erreichen.

Während des Tests werden alle CPU-Lüfter auf die maximale Drehzahl eingestellt. Die Tests wurden in einem geschlossenen Gehäuse durchgeführt um reale Werte zu simulieren.

Die Leerlauf-Temperaturen haben wir in diesem Diagramm nicht mit abgebildet, da sich diese im Bereich von 5-10°C bewegten. Unter Last kann der Deepcool Assassin 3 vollends überzeugen wie ihr seht. Auch bei einer Übertaktung auf 5,0 GHz und zusätzlicher Last auf der Grafikkarte, bleibt er unter 70°C. Unsere Tests beim Konkurrenten NH-D15 zeigten dabei Temperaturen mit höheren Werten, wenn auch nur Abweichungen von 2-3°C unter Höchstlast.

Lautstärke

Der Geräuschpegel wird mit unserem Schallmessgerät in einem Abstand von 1 Meter vom Testsystem gemessen. Die Lüfter des Kühlers werden auf ihre maximale Drehzahl eingestellt. Der Umgebungsgeräuschpegel im Raum wurde bei 35,0 dB (A) gemessen, und der Spitzengeräuschpegel des Kühlers wird in dB (A) aufgezeichnet.

Im Leerlauf kann man die Lüfter von beiden Kühlern quasi nicht hören. Sobald wir den Prozessor zu 100% ausgelastet haben, steigt der dbA-Wert auf um die 47 dbA, was rund 3 dbA lauter ist, als beim NH-D15.

Als Vergleich für euch: Ein Klassenzimmer oder Büro liegt im Schnitt bei einem Geräuschpegel von 50 dbA (moderat). Das Innere eines Autos liegt bei 70 dbA und wird als laut bezeichnet. Daher liegt der Assassin 3 mit seinen 47 dbA immer noch im Rahmen, ist aber definitiv hörbar.


Fazit unseres Deepcool Assassin 3 Test


Mit dem Assassin III scheint Deepcool den Noctua NH-D15 als leistungsstärksten High-End-Luftkühler auf dem Markt gestürzt zu haben. Dennoch sind die Unterschiede teils marginal, sodass begeisterte Noctua-Anhänger möglicherweise nicht sofort umsatteln müssen. Dennoch überzeugt der Assassin III mit brachialer Kühlleistung und stellt somit endlich mal eine Alternative zum langjährigen König Noctua dar.

Unsere Eindrücke vom Assassin III sind sehr gut. In ästhetischer Hinsicht ist der Assassin III ein Gewinner - die Kombination aus polierten Kühlrippen mit Spoilern und schwarzen Lüftern gibt ihm den entscheidenden Vorteil gegenüber dem braunen Noctua NH-D15. Allerdings muss sich DeepCool hier warm anziehen, zumal Noctua immer mehr schwarze Versionen ihrer Lüfter rausbringt.

Auch die Verarbeitungsqualität des Assassin III ist sehr hoch. Die verwendeten Materialien, die Vernickelung und die Verarbeitungsqualität der Lüfter sind alle von sehr hoher Qualität. Keinerlei Beschwerden hier.

Auch bei der Installation gibt es nichts zu meckern, die Zugabe eines Schraubenziehers ist ein zusätzlicher Bonus.

Insgesamt sind wir vom Assassin III sehr beeindruckt. Sein ansprechendes Design und Aussehen, gepaart mit der hervorragenden Kühlleistung, geben ihm den entscheidenden Vorteil gegenüber dem Noctua NH-D15. Da die Preise für beide sehr ähnlich sind, muss eine schwierige Entscheidung getroffen werden, wenn die beiden für den Kauf verglichen werden.

In Anbetracht dessen, was wir aus diesem Test gelernt haben, können wir den Assassin III jedem empfehlen, der gerade einen High-End-Luftkühler sucht. Obwohl wir immer noch der Meinung sind, dass der Noctua NH-D15 eine ausgezeichnete Wahl ist, kann der Assassin III ihn in wichtigen Bereichen wie Aussehen und Wärmeleistung plattmachen.


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