AMD oder nVidia – Welche Grafikkarte in 2018?

Hardware Tipps

AMD oder nVidia – Welche Grafikkarte in 2018?

AMD vs. nVidia: Unterschiede & aktueller Vergleich für Gamer

AMD oder nVidia? Nur wenige Diskussionen können in der Gaming-Community so hitzig werden wie diese: Der ewige Kampf zwischen den beiden dominierenden Grafikkarten-Herstellern nVidia und AMD. Wenn ihr die besten Gaming Grafikkarten sucht, kommt ihr an dieser Frage nicht vorbei.

AMD vs. nVidia – Wer gewinnt in 2018? Wie die meisten Hardware-Diskussionen ist auch diese von Vorurteilen geprägt. Deshalb macht es vor allem in 2018 Sinn, das Duell AMD gegen nVidia erneut aufflammen zu lassen.

Aber ist einer der beiden Grafikkarten-Hersteller objektiv betrachtet besser, als der andere? Lasst es uns herausfinden!


TLDR-Zusammenfassung

Zur Frage „AMD oder nVidia?“ gibt es keine richtige Antwort, soweit es die Hardware-Spezifikationen oder die Qualität betrifft. Wenn ihr durch Benchmarks zwei gleichwertige Grafikkarten miteinander vergleicht, dann (und nur dann) könnt ihr euch eine fundierte Meinung darüber bilden, ob eine Karte besser ist. Aber die Unterschiede sind meistens nicht sehr groß.

Um es kurz zu machen: Beide Grafikkarten-Marken haben Vor- und Nachteile. AMD-Grafikkarten schneiden meist im Budget- und Mittelklasse-Bereich besser ab (mit besserer Preisleistung), nVidia bietet dahingegen oft die besten High-End-Grafikkarten an.


Grafikleistung der Top-Modelle: Benchmarks & Videobearbeitung 

Eins vorweg: Wenn euch jemand erzählen will, dass AMD-Grafikkarten nichts taugen, der hat einfach keine Ahnung. Sowohl nVidia als auch AMD machen beide erstklassige Grafikkarten für PC-Spiele und ihr solltet für euren nächsten Build definitiv beide in Betracht ziehen.

Die Leistung einer Grafikkarte ist oft das erste, was einem beim Vergleichen einfällt. Wie sehen die Benchmark-Ergebnisse aus? Wie viele Frames pro Sekunde kann die Grafikkarte erreichen? Laufen Doom, GTA V, Crysis und Battlefield 1 auf hohen Grafikeinstellungen?

Bei diesem Thema zu verallgemeinern ist schwierig, da die Leistung von Modell zu Modell stark variiert und natürlich auch von der Testumgebung, sowie Testsystem abhängt. Dennoch gibt es natürlich Seiten wie Passmark-Benchmark, auf denen wir zumindest einen ersten allgemeinen Anhaltspunkt dafür bekommen können.

Deswegen schauen wir uns doch einfach mal die 15 relevantesten Gaming-Grafikkarten in 2018 in einer Übersicht an. Die Leistungszahlen basieren auf den Werten von PassMark (Stand: 01.Juni 2018).

PassMark Benchmark der 15 wichtigsten Gaming Grafikkarten:

1. nVidia Titan XP: 14288 PassMark Punkte
2. GeForce GTX 1080 TI: 14004 PassMark Punkte
3. nVidia TITAN X: 13214 PassMark Punkte
4. GeForce GTX 1080: 12272 PassMark Punkte
5. GeForce GTX 1070 TI: 12238 PassMark Punkte
6. Radeon RX Vega 64: 11592 PassMark Punkte
7. Radeon Vega Frontier Edition: 11458 PassMark Punkte
8. GeForce GTX 1070: 11155 PassMark Punkte
9. Radeon RX Vega 56: 11147 PassMark Punkte
10. GeForce GTX 1060 (6GB): 8958 PassMark Punkte
11. GeForce GTX 1060 (3GB): 8899 PassMark Punkte
12. Radeon RX 580: 8346 PassMark Punkte
13. Radeon RX 570: 6811 PassMark Punkte
14. GeForce GTX 1050 Ti: 5906 PassMark Punkte
15. GeForce GTX 1050: 4562 PassMark
16. Radeon RX 560: 4475 PassMark

Wir sehen hier doch deutlich, dass die stärkste AMD-Karte (derzeit die RX 64 Vega) im Vergleich zur GTX1080Ti leistungstechnisch  schwer hinterher hinkt. Die Unterschiede sind zwar fürs Gaming nicht super relevant, aber dennoch dominiert nVidia den Highend-GPU-Markt zumindest auf Basis dieses Benchmarks.


AMD vs. nVidia für Videobearbeitung

Wenn ihr öfter mal Videos bearbeitet (zum Beispiel mit Adobe Premiere), dann solltet ihr definitiv eine GPU im Rechner haben (obwohl die CPU die meiste Arbeit erledigt). Wie sieht es aber beim Direktvergleich von AMD und nVidia Grafikkarten aus? Welche ist besser für die Videobearbeitung? Die Antwort liegt im folgenden Bild:

Zugegeben: Die hier betrachteten Karten sind etwas älter, aber das Prinzip ist das gleiche - Die Grafikkarte spielt kaum eine Rolle

Bei der Videobearbeitung übernimmt die CPU den Löwenanteil der Arbeit und es gibt bei den Grafikkarten nur geringe Unterschiede. Niedrigere Werte bedeuten übrigens besser, daher hat nVidia hier minimal die Nase vorn. Aber wie gesagt sind die Unterschiede so gering, dass es im Endeffekt keine Rolle spielt. Weiteres Beispiel mit aktuelleren Grafikkarten gefällig?

Hier seht ihr es ganz deutlich: Es spielt keine Rolle, ob ihr eine GTX 660 oder eine Vega 64 habt. Verblüffenderweise bleibt das Ergebnis gleich. Ergo: Bei der Videokodierung kommt es auf die CPU an, nicht auf die GPU.


AMD gegen nVidia: Gaming-Performance & FPS-Direktvergleich

Folgende Tabelle zeigt euch die von Digitaltrends gemessenen durchschnittlichen FPS für Battlefield 1 und Deus EX: Mankind Divided für die wichtigsten Gaming-Grafikkarten. Die meisten Werte wurden bei einer 1080p-Auflösung und Ultra-Details erfasst, ansonsten steht die Auflösung in Klammern dabei. Die Werte für die GTX 1070 haben wir auf UserBenchmark recherchiert.

Grafikkarte 

Ø-FPS Battlefield 1

Ø-FPS DEUX EX Mankind Divided

154

102

138

78

135

74

127

73

98

49 (auf 1080p)

91

35 (auf 1440p)

89

30 (auf 1440p)

77

29 (auf 1440p)

Bei einer Auflösung von 1080p, liegen alle Karten recht nahe zusammen. Wenn ihr das ganze aber auf 1440p hochschraubt, lassen die Highend-nVidia-Grafikkarten die AMD-Konkurrenz aber leider blass aussehen. Das gilt für beide Spiele. Was sieht man sonst noch? Deus Ex: Mankind Divided ist ein sehr schlecht optimiertes Spiel :-)...

Das die RX Vega 64 nicht mit der GTX 1080 TI mithalten kann, wird auch nochmal in diesem Farcry 5 Video deutlich:

Die Topmodelle im FPS-Direktvergleich

Im Folgenden schauen wir uns einfach mal die Ingame-Performance der wichtigsten Grafikkarten unserer beiden Kontrahenten an. Denn das ist schlussendlich, worauf es uns Zockern wirklich ankommt. Außerdem sind die Werte aus verschiedenen Benchmarks (Valley, 3D-Mark, Heaven und wie sie alle heißen) oft nicht repräsentativ  für die tatsächliche Gaming-Performance!

Wir starten mit den Highend-Modellen und arbeiten uns dann nach unten durch. Beachtet, dass wir hier wirklich nur die wichtigsten Modelle erwähnen wollen. Von Enthusiasten-Karten wie der Titan XP oder sonstigen Spielereien sehen wir ab, da diese Karten für Gamer größtenteils sinnlos sind.

1. Highend-Vergleich: Highend - RX 64 vs GTX 1080

Beachtet, dass das Video schon eine Ecke älter ist (August 2017). TLDW: Die Ergebnisse aus dem Video sind folgende:

  • Testsystem: Intel i7 7700k 4.4Ghz, RX 64 VEGA 8Gb 1247/7560Mhz / GTX 1080 8gb 1607/10010Mhz, 16Gb RAM 3200Mhz
  • Settings: 1920x1080 Auflösung, Ultra-Details
  • Witcher 3 (DX11): Die Vega hinkt immer so um die 10 FPS hinterher
  • Deus Ex (DX12): Die Vega hat hier einen kleinen Vorsprung von im Schnitt 5 FPS
  • Rise of the Tomb Raider (DX11): Die Vega liegt immer so um die 10-15 FPS unter der GTX 1080
  • GTA 5 (DX11): Die Vega liegt wieder so um die 5 GPS hinter der GTX
  • Battlefield 1 (DX12): Hier hinkt die GTX1080 wieder 10 FPS hinterher
  • Farcry Primal (DX11):Wieder ein minimaler 5 FPS Vorteil für die GTX (95 vs 100 FPS)

Die Vega RX 64 wird als direktes Konkurrenzmodell zur GTX 1080 angesehen, bislang hat AMD noch kein GTX1080 TI äquivalentes Modell auf den Markt gebracht. Da sich alle FPS-Werte sowieso bei allen Spielen jenseits der 80er-Marke befinden, sind die Unterschiede zwischen beiden Karten echt gering.

Dennoch schlägt die GTX 1080 die RX Vega 64 in Bereichen wie Multi-Rendering und NBody-Berechnung, während die RX Vega 64 Texturdetails und komplexe Schattierungen besser darstellen kann. Es den Zahlen geht auch hervor, dass die Vega-Reihe generell in DX12 besser ist, nVidia aber bei DX11 Vorteile hat.

Zusammenfassung: Beides sind Top-Grafikkarten und nehmen sich nicht viel! Zugreifen beim gerade günstigeren Modell!

2. Vergleich: Mittlere Oberklasse - RX 56 vs. GTX 1070

Beachtet, dass das Video schon eine Ecke älter ist (August 2017). TLDW: Die Ergebnisse aus dem Video sind folgende:

  • Testsystem: Intel i7 7700k 4.4Ghz, RX VEGA 56 8Gb/GTX 1070 8gb, 16Gb RAM 3200Mhz
  • Settings: 1920x1080 Auflösung, Ultra-Details
  • Project Cars (DX11): Minimaler 5 FPS für die GTX 1070
  • Witcher 3 (DX11): Größtenteils gleich, minimaler Vorteil für die GTX 1070
  • Deus Ex: Mankind Divided (DX12): Leichter 5 FPS Vorteil für die Vega
  • Mass Effect Andromeda (DX11): Leichter 5 FPS Vorteil für die Vega
  • GTA 5 (DX11): Um die 10 FPS mehr für die GTX 1070 (90 vs. 100)
  • Battlefield 1 (DX12): Leichter 5 FPS Vorteil für die Vega
  • Farcry Primal (DX11): Minimaler 5 FPS Vorteil für die GTX

Auch die RX 56 kann in DirectX12-lastigen Spielen wie Rise of the Tomb Raider oder Deus Ex: Mankind Divided leicht höhere Bildraten als die GTX 1070 abgreifen. Bei Spielen wie GTA V siehts dann wieder umgekehrt aus, ergo gibt es auch hier keinen klaren "Sieger".

Auch hier kann man nur sagen: Beide Grafikkarten sind super, holt euch diejenige die gerade günstiger zu haben ist!

3. Vergleich: Mittelklasse - GTX 1060 vs. Radeon RX 580

Super aktuelles Video, dass euch beide Grafikkarten im Vergleich zeigt. TLDW: Die Ergebnisse aus dem Video sind folgende:

  • Testsystem: Windows 10, AMD Ryzen 5 2600 OC 4.0Ghz, Gigabyte X470 AORUS ULTRA GAMING, GTX 1060 6Gb/RX 580 8Gb, 16Gb RAM 3200Mhz
  • Settings: 1920x1080 Auflösung, Ultra-Details
  • Project Cars 2 (DX11): Gute 5-10 FPS Vorsprung für die GTX 1060
  • Farcry 5 (DX11): 5 FPS Vorsprung für die RX 580
  • Need for Speed Payback (DX11): Gute 10 FPS Vorsprung für die GTX 1060
  • Mafia 3 (DX11): Leichter 5 FPS Vorteil für die GTX 1070 (45 vs 50)
  • Battlefield 1 (DX12): Leichter 5 FPS Vorteil für die RX 580 
  • Kingdom Come Deliverance (DX11): Minimaler 2 FPS Vorteil für die RX 580 (50 vs 48)

Erkennt ihr ein Muster? Beide Grafikkarten sind wieder gleichwertig mit kleinen Variationen. Schaut auf den besten Preis und gut ist!

4. Vergleich: Budget - GTX 1050 TI (4GB) vs. Radeon RX 560 (4GB)

Älteres Video, dass trotzdem die wichtigsten Games abdeckt. TLDW: Die Ergebnisse aus dem Video sind folgende:

  • Testsystem: Windows 10, Ryzen 3 1200 OC 3.8Ghz, Asus GTX 1050 Ti 4Gb 1290/7008Mhz/Asus RX 560 4Gb 1285/7000Mhz, 16Gb RAM 3200Mhz
  • Settings: 1920x1080 Auflösung, Ultra-Details
  • Witcher 3 (DX11):  10 FPS Vorsprung für die GTX 1050 TI (40 vs. 30)
  • Project Cars (DX11): 10 FPS Vorsprung für die GTX 1050 TI (50 vs. 40)
  • GTA 5 (DX11): Gute 10 FPS Vorsprung für die GTX (70 vs 60)
  • Farcry Primal (DX11): Wieder 10 FPS mehr für die GTX (60 vs 50)

Hier muss sich die RX 560 klar geschlagen geben und hinkt im Schnitt in jedem Spiel so um die 10 FPS hinterher. Trotzdem liegen die FPS-Werte bei allen Spielen außer Witcher 3 für die RX 560 in einem guten Bereich.  Dennoch lohnt sich die Karte im Moment kaum.

Solltet ihr die Wahl zwischen der RX 560 und der GTX 1050 (NON TI!) haben, dann nehmt die RX 560. Die RX560 schlägt zwar die GTX 1050, aber nicht die TI-Version.

Schaut man sich die derzeitigen Preise an, können wir euch im Budget-Bereich fast nur die GTX 1050 TI empfehlen, bei der RX 560 zahlt ihr für weniger Leistung fast genauso viel. Die Preisdifferenz von 20-30€ lohnt sich kaum.


AMD gegen nVidia: Preisleistung

Leistungstechnisch können AMD-Grafikkarten bis zum Preissegment von ungefähr 250€ mithalten, danach zieht nVidia davon. Die Preise für nVidia-Grafikkarten steigen im Highend-Bereich aufgrund mangelnder Konkurrenz dann deutlich, jedoch steigt die Gesamtleistung auch exponentiell.

Alles in allem bieten euch AMDs Radeon RX-Grafikkarten am unteren Ende des Preisspektrums wesentlich mehr Preisleistung. Im Mittelklasse-Bereich des Grafikkarten-Markts sind beide Hersteller gleichauf, bei monströsen 2K- und 4K-fähigen Grafikkarten ist nVidia im Moment allerdings unerreichbar.

Trotz der derzeit sinkenden Preise bei Grafikkarten kommt es am Ende vom Tag darauf an, ob ihr ein gutes Schnäppchen finden könnt. Denn häufig befinden sich vergleichbare Grafikkarten von beiden Herstellen ungefähr in der gleichen Preisregion, nur leider schwanken die Preise sehr häufig. Wenn wir uns die Preise in der nächsten Tabelle mal genauer anschauen, kommt Licht ins Dunkel. 

Bitte beachtet: Die Preise können vor allem bei AMD-Grafikkarten immer noch extrem schwanken und sind noch nicht auf Normalniveau!

Wie man klar erkennen kann, ist AMDs-Preisvorteil nur im Budget- und Midrange-Segment gegeben. Selbst die RX580 leidet noch unter zu hohen Preisen, die Vega-Reihe ist noch maßlos überteuert dafür, dass die Leistung nicht stimmt. Hier muss AMD noch ordentlich korrigieren, denn ihr bekommt zur Zeit sogar eine GTX 1080 zum Preis einer Vega 56.


AMD gegen nVidia: Hardware und Technologie

In dieser Kategorie ist es nicht zu leugnen, dass nVidia’s Technologie insgesamt fortgeschrittener ist. Bei folgenden Punkten eilen nVidia Grafikkarten ihren AMD Konkurrenten (immer noch) leicht voraus:

  • nVidia-Grafikkarten haben bei vergleichbaren Modellen oft eine höhere Rechenleistung
  • Erzeugen weniger Abwärme bei gleicher Anwendung
  • Verbrauchen oft weniger Strom als Radeon-Karten

Dahingegen kompensieren AMD-Karten das, was ihnen an Rechenleistung fehlt, indem sie die Speicherbandbreite ihrer preisgünstigeren Modelle erhöhen. Dennoch verbrauchen AMD-Grafikkarten mehr Strom und sind berüchtigt dafür, gerne mal zu heiß zu werden.

Dennoch wird der technologische Abstand zwischen beiden Grafikkartenherstellern immer geringer. Vor allem in den letzten 5 Jahren hat AMD hier ganz klar aufgeholt und die Unterschiede zwischen AMD und nVidia sind in Bezug auf alle oben genannten Faktoren nur noch recht klein.

nVidia CUDA-Kerne vs AMD Stream-Prozessoren

Das Herzstück aller AMD Grafikkarten sind die sogenannten Stream-Prozessoren, bei nVidia sind es die CUDA-Cores. Obwohl beide Technologien grundlegend verschieden sind, bleibt ihre Anwendung weitgehend die gleiche.

Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um die GPU-Äquivalente für CPU-Kerne. Hauptunterschied ist, dass sie kleiner, aber viel zahlreicher sind: Die meisten Mainstream-CPUs haben heute entweder 4 oder 8 Kerne, während aktuelle GPUs Hunderte, wenn nicht Tausende CUDA-Kerne oder Stream-Prozessoren haben können.

Um die wichtige Frage zu beantworten – welche Technologie ist denn nun besser? Naja, es gibt hier kein besser oder schlechter und es ist wichtig zu bedenken, dass die Anzahl der CUDA-Cores und Stream-Prozessoren nicht direkt vergleichbar ist, da sich die beiden in ihren Fähigkeiten unterscheiden.

Wenn es um das Thema Gaming geht, werdet ihr in Bezug auf die Leistung keine wesentlichen Unterschiede bemerken. Außer ihr zockt ein Spiel, das speziell darauf ausgelegt ist, nVidias proprietäre Technologien wie PhysX oder HairWorks zu nutzen. Ansonsten spielen CUDA-Cores oder Streaming-Prozessoren keine Rolle für eure Entscheidung.


Software, Treiber & Features: AMD Catalyst vs. nVidia Control Panel

Bei Grafikkarten brauchen euch quasi nur die Treiber und die Treibersoftware zu interessieren. Doch wie schneidet die Software von beiden Herstellern im Vergleich ab?

Zu den Treibern selbst gibt es nicht viel zu sagen, da sowohl nVidia, als auch AMD regelmäßig neue und stabile Treiber rausbringen. Wenn wir pingelig sein müssten würden wir sagen, dass nVidia hier die Nase bezüglich Stabilität und Konsistenz leicht vorne hat.

Was die Software anbelangt, habt ihr das Control Panel von nVidia und das AMD Control Center (früher bekannt als Catalyst, der Name wird gerade bei jedem großen Treiberupdate geändert) zur Auswahl.

Eins fällt bei nVidias Software sofort auf: Die Oberfläche sieht schrecklich veraltet aus und die Funktionen sind auch etwas eingeschränkt. Trotzdem ist die GeForce Experience Software vor allem für Einsteiger leichter zugänglich. Wenn ihr zum Beispiel in The Witcher 3 nicht wisst, welche Einstellungen für euren Computer am besten sind, nimmt euch nVidias Software das Denken ab.

Die grafische Oberfläche des nVidia Control Panels könnte mal nen neuen Anstrich vertragen

Das AMD Radeon Control Center (im Moment die Adrenalion-Edition) hingegen sieht optisch viel besser aus und besticht durch ein sauberes sowie modernes Design mit coolen Effekten. Beim Funktionsumfang bekommt ihr hier auch einiges geboten und könnt viele Einstellungen direkt Ingame vornehmen.

Cool: Das Radeon-Overlay gibt euch die Möglichkeit, direkt Ingame Einstellungen vorzunehmen und Werte zu überwachen

Beide Softwares bieten euch zudem noch unterschiedliche, hauseigene Features. Welche das sind, erfahrt im folgenden Absatz.


Streaming und Videoaufnahme –AMD ReLive vs. nVidia Shadowplay

In diesem Abschnitt werden wir uns die verschiedenen Features genauer ansehen, die entweder für nvVdia- oder AMD-Grafikkarten typisch sind.

Wie ihr wahrscheinlich schon wisst, gehen beim Aufnehmen oder Streamen eurer Spielsession die FPS unweigerlich in die Knie. Sofern ihr nicht bereit seid in eine anständige Capture-Karte zu investieren, solltet ihr am besten die Software eurer Grafikkarte für diesen Job verwenden. Bei nVidia-Karten ist das Shadowplay, bei AMD heißt das Feature ReLive.

Für den Vergleich schauen wir uns doch einfach mal die folgende Tabelle an (Daten von GamersNexus):

Feature

AMD RelIve

NVidia Shadowplay

Videoaufname: Bit-Rate

0-50 MB/s

0-130 MB/s

Videoaufname: FPS

30, 60

30, 60

Video: Audio Bit Rate

32-320 Kbps

184 Kbps

Streaming: Bit Rate

1-10 MB/s

1-18 MB/s

Streaming: Auflösungen

360p,480p, 720p, 1080p

360p,480p, 720p, 1080p

Streaming: FPS

30, 60

30, 60

Streaming: Audio Bit Rate

32-192 Kbps

184 Kbps

Aus der Tabelle geht hervor, dass Shadowplay sowohl bei der Aufnahme als auch beim Streaming die Oberhand in Sachen Bildqualität hat: Grund dafür sind höhere Bitraten. Abgesehen davon sind beide Optionen auf der gleichen Höhe: Es werden nur 30 oder 60 FPS in Auflösungen von 360p bis zu 1080p unterstützt. Also nicht wirklich die höchste Qualität, aber besser als nichts.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sowohl AMD als auch nVidia vergleichbare Capture-Lösungen bieten und dass dieser Faktor eure Entscheidung für oder gegen einen Hersteller nicht länger beeinflussen sollte. AMDs Lösung hat in einigen Bereichen Probleme (etwa Übertragungsqualität), nVidia aber genauso (Audioqualität). Insgesamt machen die beiden Capture-Lösungen aber weitgehend das gleiche und das ähnlich gut.


Vertikale Synchronisierung (VSync): Nvidia Gsync vs AMD FreeSync

Ob ihr VSync aktiviert oder nicht, bleibt euch überlassen. Allenfalls bieten Nvidia und AMD jeweils ihre eigenen hardwareabhängigen Alternativen dafür. Falls ihr einen Monitor mit hohen Bildwiederholraten habt, kann das von großem Vorteil sein. Der Nachteil ist, dass euer Monitor mit einer der beiden oben genannten Technologien kompatibel sein muss und nicht mit beiden kompatibel sein kann.

Beide unterstützen HDMI und DisplayPort, der größte Unterschied liegt in der Anzahl der Monitore, die diese Technologien tatsächlich unterstützen. Denn Gsync findet ihr nur in teureren Monitoren ab 400€, FreeSync ist etwas beliebter und wird auch in günstigeren Monitoren eingesetzt. Letztendlich funktionieren beide Technologien auf die gleiche Weise und ihr müsst lediglich darauf achten, dass euer Monitor die jeweilige VSync-Ausprägung auch unterstützt.


nVidia GameWorks – das einzigartige Feature für Entwickler?

Wenn man sich dem Kampf zwischen AMD und nVidia widmet, kommt man um eine kurze Erwähnung von nVidias’ Softwareentwicklungskit GameWorks nicht vorbei. GameWorks ermöglicht es Entwicklern, erweiterte Grafikfeatures in ihre Spiele einzubauen. Dazu gehören Tools zur Verbesserung von Gesichtstexturen wie FaceWorks, Ambient-Occlusion-Techniken wie VXAO, spezielle Anti-Aliasing Technologien wie TXAA sowie das bekannte Physiktool PhysX.

Was GameWorks genau ist und was es kann, zeigt euch das folgende Video:

Diese proprietären Technologien von Nvidia sind in keinster Weise einzigartig. Denn AMD hat zum Beispiel mit TressFX ihre eigene Technologie zur Darstellung von Haaren und Fell entwickelt, wodurch HairWorks von nVidia nichts besonderes mehr ist.

Außerdem haben es verschiedene Entwickler bereits geschafft, ihre eigenen Rendering-Techniken für eine realistische Ingame-Physik zu entwickeln. Dadurch ist auch PhysX ersetzbar und nicht nur für nVidia-Grafikkarten reserviert.

Der wahre Vorteil von GameWorks liegt in der Tatsache, dass es für Entwickler leicht zugänglich und einfach zu verwenden ist. Dies führt dazu, dass einige Spiele besser laufen und / oder besser aussehen, wenn sie mit Nvidia-Grafikkarten gerendert werden. Dennoch lässt GameWorks Spiele oft nur marginal besser aussehen und die Qualität der Effekte (sowie die Optimierung) hängt hauptsächlich davon ab, wie gut Spieleentwickler diese übernehmen.

Manchmal sehen Spiele ohne Features wie HairWorks oder PhysX sogar besser aus. Nichtsdestotrotz bleibt GameWorks sehr beliebt und für Entwickler interessant. Häufig bleiben die Effekte von GameWorks jedoch nur Highend nVidia-Karten vorbehalten.


Fazit: AMD oder nVidia – wer gewinnt in 2018?

Nach allem was wir nun besprochen haben – Was ist denn nun besser? Nvidia oder AMD? Die Antwort ist – weder noch.

Um es auf den Punkt zu bringen: Alles hängt von euren Anforderungen und eurem Budget ab, denn sowohl AMD- als auch nVidia-Grafikkarten sind fürs Gaming top.

Im Grunde genommen gibt es zwischen AMD und nVidia nur die folgenden wesentlichen Unterschiede:

AMD

  • Bessere Budget- und Mittelklasse Grafikkarten
  • Wesentlich mehr Monitore unterstützen Free-Sync
  • Treibersoftware ist aufgeräumter

NVIDIA

  • Leistungsstärkere Highend-Grafikkarten
  • Hat die einzig "echten" 2K- und 4K-fähige Grafikkarten
  • nVidia GameWorks für Entwickler von Vorteil

Wer sollte sich eine AMD-Grafikkarte holen?

AMD-Grafikkarten empfehlen wir euch derzeit für Gaming-PCs im Budget- und Mittelklasse-Segment. Hier können Radeon-Karten einfach nach wie vor eine bessere Preisleistung bieten.

Im Highend-Bereich sind Radeon RX Vega-Karten eigentlich konkurrenzfähig, hatten in der Vergangenheit wegen dem Kryptomining-Wahn aber leider eine sehr hohe Nachfrage, Lieferprobleme und (für die Leistung) zu hohe Preise. Da die Preise im Grafikkartenmarkt derzeit wieder sinken, stellt die AMD Vega-Serie aber definitiv wieder eine Alternative dar.

Was ist mit nVidia-Grafikkarten?

Falls ihr wirklich das letzte bisschen Leistung aus eurem PC rausholen wollt und die höchsten Frameraten in 2K- oder sogar 4K-Auflösungen anstrebt, dann ist nVidia die einzig richtige Wahl für euch.

AMD oder NVIDIA: Was sagen die Statistiken?

Wenn man der Gamer-Community die Frage „AMD oder nVidia?“ stellt, ist die Antwort im Moment trotzdem noch eindeutig. Laut einer aktuellen Steam-Umfrage beträgt der Anteil an nVidia-Karten im April 2018 noch 75%, Radeon-Karten findet man nur in knapp 15% aller Systeme.

Die Zahlen von Steam sprechen Bände, nVidia ist in der Gaming-Szene auch in 2018 nach wie vor sehr dominant. Welche Grafikkarten konkret genutzt werden, seht ihr im folgenden Bild:

Die GTX 1060 stiehlt allen die Show

Dabei ist die GTX 1060 die derzeit beliebteste Grafikkarte, dicht gefolgt von der 1050 TI. AMD wird hier aber mit Sicherheit noch aufholen, es wird spannend diese Zahlen weiter zu beobachten.


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