IPS, TN oder VA Display: Welches Panel ist besser?

IPS, TN oder VA Display: Was ist das beste Panel für Gamer?

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Zuletzt aktualisiert am: 15.11.2019

Schnelle Antwort: IPS oder TN-Monitor? Oder doch lieber VA?

IPS-Panels bieten die beste Farbgenauigkeit und besten Betrachtungswinkel. TN-Panels bieten die beste Leistung (höchste Bildwiederholraten und schnellste Reaktionszeiten), VA-Panels haben den besten Kontrast und bieten trotz ihrer niedrigeren Reaktionszeiten einen guten Kompromiss zwischen Bildqualität und Leistung.

IPS oder TN-Panel: Was ist besser? Diese Frage hören wir andauernd. Obendrüber haben wir euch schon eine grobe Antwort auf diese Frage gegeben, aber ganz so einfach ist es dann auch nicht. Denn die VA-Displays sollten wir auch nicht vergessen.

Die bei PC-Monitoren mit Abstand am häufigsten verwendeten Displaytypen sind TN, IPS und VA. Sicherlich habt ihr diese Begriffe schon einmal gehört, wenn ihr euch mit dem Kauf von den besten Gaming Monitoren befasst habt. Um genau zu sein, ist die Panelart eine wichtige Information, die viel über das Verhalten und die Leistung eines Monitors aussagt.

Daher ist ein kurzer Überblick zu den Typen angebracht, bevor wir uns auf die individuellen Eigenschaften jeder Technologie und ihre Leistung konzentrieren.

Tauchen wir also etwas tiefer ein in die Frage, ob ihr euch einen Monitor mit IPS, TN oder VA-Panel holen solltet. Und vor allem, worin die Unterschiede der Displayarten in verschiedenen Bereichen liegen.


TN-Panel: Erklärung, Eigenschaften & Überblick

TN ist die älteste der LCD-Technologien und steht für Twisted Nematic. Dies bezieht sich auf den Effekt der es ermöglicht, Flüssigkristallmoleküle mit Spannung zu steuern. Während die eigentliche Funktionsweise eines TN-Displays etwas komplizierter ist, wird im Wesentlichen die Ausrichtung von Flüssigkristallen beim Auftreten von Spannung geändert.

Wenn keine Spannung vorhanden ist und der Kristall quasi "ausgeschaltet" ist, sind die Flüssigkristallmoleküle um 90 Grad gedreht und lassen in Kombination mit Polarisationsschichten Licht durch. Wenn dann Spannung auftritt, sind diese Kristalle im wesentlichen nicht verdreht und blockieren Licht. Hierdurch wird das Bild heller oder dunkler.

Drei TN-Monitore von Asus, Acer und Gigabyte

TN-Panels sind nicht nur am weitesten verbreitet, sondern auch die leistungsstärksten Displays der drei Typen. Denn sie unterstützen die höchsten Bildwiederholraten und die niedrigsten Reaktionszeiten (dazu später mehr). Insbesondere die Reaktionszeiten sollten beachtet werden, da noch kein anderes Panel "echte" 1-ms-Pixel-Reaktionszeiten erzielen kann.

Darüber hinaus sind TN-Monitore mit 144 Hz in der Regel billiger als ihre mit IPS oder VA ausgestatteten Gegenstücke, und nur TN-Panels können (derzeit) eine Frequenz von 240 Hz erreichen.

Wie bereits erwähnt, bieten TN-Panels jedoch nicht die beste Bildqualität. Die Farben sehen in der Regel verwaschener als bei den anderen Typen und die Betrachtungswinkel sind eher schlecht.

Daher sind sie nicht für euch geeignet, wenn ihr Bildqualität vor alles andere stellt. Für kompetitives Gaming sind TN-Displays aber wohl das beste auf dem Markt.

Darüber hinaus sollte beachtet werden, dass nur sehr wenige TN-Panels HDR unterstützen. Und selbst diejenigen die es tun haben selten den Kontrast, der für eine vollständige Nutzung erforderlich ist.

Acer Predator XB241Hbmipr

Unsere TN-Monitor Empfehlung

Unser persönlicher Highend-Favorit unter den TN-Displays. Denn hier bekommt ihr einen Full HD 24 Zoll Monitor vollgepackt mit genialen Gaming-Features wie G-Sync, 1ms Reaktionszeit, 180hz Bildwiederholrate (OC) und 100% sRGB Farbabdeckung. Also alles was ihr fürs Zocken braucht!

Vorteile

  • Schnellste Reaktionszeiten
  • Günstigste Modelle auf dem Markt
  • Einzige mit bis zu 240hz Bildwiederholraten

Nachteile

  • Schlechtere Farbdarstellung
  • Niedrigerer Kontrast
  • Schlechte Blickwinkelstabilität

IPS-Panel (auch PLS): Erklärung, Eigenschaften & Überblick

IPS steht für In-Plane-Switching und verwendet wie alle LCDs auch Spannung, um die Ausrichtung von Flüssigkristallen zu steuern. IPS-Displays wurden hergestellt, um die TN-Panel-Technologie durch eine bessere Bildqualität zu optimieren.

Im Gegensatz zu TN verwenden IPS-LCDs jedoch eine andere Kristallorientierung, bei der die Kristalle parallel zu den polarisierten Glasschichten sind. Daher auch der Begriff „in der Ebene“ (Englisch: In-Plane). Anstatt die Kristalle wie bei TN-Panels zu "verdrehen" (um die durchgelassene Lichtmenge zu ändern), werden IPS-Kristalle im Wesentlichen rotiert, was eine Reihe von Vorteilen hat.

Die IPS-Technologie illustriert: Rotierende Flüssigkristalle (Bild: Samsung)

Es gibt viele IPS-Varianten auf dem Markt, wobei jeder der großen LCD-Hersteller einen anderen Begriff verwendet, um seine IPS-Technologie zu beschreiben.

  • LG nennt ihre Technologie einfach IPS, was für alle einfach ist 
  • Samsung verwendet den Begriff PLS oder Plane-to-Line Switching
  • Hersteller wie Monoprice, Hewlett Packard oder AU Optronics verwenden den Begriff AHVA oder Advanced Hyper Viewing Angle verwendet. AHVA sollte nicht mit normalen VA-Displays verwechselt werden.

Das IPS von LG, das PLS von Samsung und das AHVA von anderen Herstellern unterscheiden sich geringfügig, die Grundlagen basieren jedoch auf der IPS-Technologie.

Das wichtigste Verkaufsargument von In-Plane-Switching-Panels ist die Farbkonsistenz, der verbesserte Betrachtungswinkel und die überlegene Farbgenauigkeit im Vergleich zu anderen LCD-Technologien. Jeder Farbton behält unabhängig von seiner Position auf dem Monitor seine eigene Identität und Unverwechselbarkeit.

Aufgrund dieser Faktoren eignen sich IPS-Panels sowohl für Grafikdesigner als auch für Gamer, die nach der bestmöglichen Bildqualität suchen (aber schlechtere Reaktionszeiten hinnehmen können).

Ein wesentliches Problem bei IPS-Displays ist das Leuchten oder Schimmern auf dem Monitor, wenn dunkle Inhalte angezeigt werden (IPS-Glow). Diese Störung macht sich deutlicher bemerkbar, wenn ihr den Monitor aus einem größeren Winkel betrachtet.

Ein weiteres Problem namens Backlight-Bleeding tritt auch am häufigsten bei IPS-Monitoren auf. Hierbei seht ihr deutliche "Lichtflecken" am Rand des Bildschirms, vor allem bei dunklen Spielen oder Filmen. Weiter unten erfahrt ihr noch über ein Problem namens "Ghosting".

GIGABYTE AORUS AD27QD

Unsere IPS-Monitor Empfehlung

Unser persönlicher Highend-Favorit unter den IPS-Displays. Dieser extrem stylishe WQHD 27 Zoll Monitor unterstützt HDR hat weitere sinnvolle Features wie FreeSync, 1ms Reaktionszeit, 144hz Bildwiederholrate, Noise-Cancelling (ja, richtig gelesen) und 95% DCI-P3 Farbabdeckung. Teurer, aber sehr geil.

Vorteile

  • Beste Farbwiedergabe
  • Beste Blickwinkelstabilität
  • Bester Kompromiss zwischen TN und VA

Nachteile

  • Oft teurer als VA oder TN
  • Langsamere Reaktionszeiten
  • IPS-Glow, Backlight-Bleeding, Ghosting

VA-Panel: Erklärung, Eigenschaften & Überblick

Ein VA-Panel (Vertical Alignment) ist ein weiteres LCD-Panel, das Flüssigkristalle und elektrischen Strom verwendet. Diese Monitore werden ähnlich wie TN-Panels hergestellt, weisen jedoch einige Veränderungen auf, um eine bessere Bildqualität zu erzielen.

Wie der Name schon sagt, werden bei dieser Technologie vertikal ausgerichtete Flüssigkristalle verwendet die bei Spannung kippen, um Licht durchzulassen. Dies ist der Hauptunterschied zwischen IPS und VA: Bei VA verlaufen die Kristalle senkrecht zu den Glasschichten, während sie bei IPS parallel verlaufen. Auch hier gibt es verschiedene VA-Varianten, darunter Samsungs SVA und AU Optronics AMVA.

Die VA-Technologie: Die senkrecht ausgerichteten Kristalle kippen bei elektrischer Spannung (Bild: Samsung)

Die vielleicht größte Stärke eines VA-Panels ist seine Fähigkeit, Licht von der Hintergrundbeleuchtung abzuhalten, wenn es nicht erwünscht ist. Diese Fähigkeit führt zu höheren Kontrastverhältnissen und tieferen Schwarzwerten, die um ein Vielfaches besser sind, als die der anderen hier beschriebenen LCD-Technologien.

Zudem zeichnen sich VA-Panels zeichnen durch verbesserte Blickwinkel und eine gute Farbwiedergabe aus. Aufgrund ihrer hervorragenden Farbwiedergabe eignen sich die Monitore ideal für farbintensive Aufgaben oder für Gamer, die ihre Spiele mit der bestmöglichen Bildqualität spielen möchten.

Ein beträchtlicher Nachteil des VA-Panels ist seine geringe Reaktionszeit, mit der seine Pixel von einem Zustand in den nächsten übergehen (dazu unten mehr). Dies kann beim Spielen zu deutlichen Unschärfen führen. Zum Glück verwenden die moderneren Versionen von VA-Panels eine überlegene Pixel-Overdrive-Funktion, die nicht für die Probleme der früheren Versionen anfällig ist.

BenQ EX3203R

Unsere VA-Monitor Empfehlung

Unser persönlicher Highend-Favorit unter den VA-Displays. Ein WQHD 32 Zoll Curved Monitor mit HDR-Support, FreeSync, 4ms Reaktionszeit, 144hz Bildwiederholrate, 3000:1 Kontrast und guter 400cd-Helligkeit. Alles was ihr braucht!

Vorteile

  • Beste Kontrastwerte
  • Beste Schwarzwerte (für dunkle Inhalte)
  • Bester Kompromiss zwischen TN und VA

Nachteile

  • Schlechteste Reaktionszeiten
  • Oft keine "echten" 144hz möglich
  • Etwas schlechtere Farben als IPS

Die Unterschiede in verschiedenen Disziplinen

Kommen wir nun zu einigen Leistungsmerkmalen und schauen uns an, wie sich die einzelnen Technologien im Allgemeinen unterscheiden und welche Technologie in einer bestimmten Kategorie besser ist.

Betrachtungswinkel

Der mit Abstand größte Unterschied zwischen den drei Technologien liegt in den Blickwinkeln.

  • TN-Panels weisen die schwächsten Betrachtungswinkel auf und haben sowohl in horizontaler als auch insbesondere in vertikaler Richtung deutliche Farb- und Kontrastverschiebungen. 
  • IPS-Displays liefern das beste Bild aus allen Blickwinkeln. Betrachtungswinkel von 178/178 spiegeln realistisch wider, was ihr von einem IPS erwarten könnt und ihr werdet aus keinem Winkel eine große Verschiebung der Farben oder des Kontrasts feststellen. 
  • VA-Panels sind in dieser Hinsicht gut, aber nicht so gut wie IPS, hauptsächlich aufgrund von Kontrastverschiebungen bei außermittigen Winkeln.
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Die drei Haupttypen im Überblick: Blick von vorne, oben, unten und seitlich. Hier sieht man das Problem von TN-Displays (Bild: Reddit)

Da VAs und insbesondere TNs beim Betrachten aus einem Winkel Farb- und Kontrastverschiebungen aufweisen, eignen sie sich nicht so gut für farbkritische professionelle Arbeiten wie IPS-Panels.

Bei TN-Panels werdet ihr quasi schon bei der leichtesten Winkeländerung wesentlich schlechtere Farben und Kontraste bekommen. Zwar tendieren High-End-TNs dazu etwas besser zu sein, aber insgesamt ist dies eine große Schwäche für TNs. Auch das folgende Bild zeigt es nochmal deutlich.

Ein TN-Bildschirm hat bei seitlicher Betrachung Probleme (Bild: Youtube-Kanal TechDeals)

Wenn man die beiden extreme gegenüberstellt, sieht man es deutlich. Links der IPS-Monitor im Winkel mit satten Farben und Kontrasten. Daneben der TN-Monitor leicht gedreht - man sieht hier deutlich das Grau des Himmels und Nachlassen der Kontraste.

Allerdings ist die Frage: Warum solltet ihr euren Monitor so komisch drehen beim Zocken? Denn wenn ihr gerade auf euren TN-Monitor schaut, werdet ihr davon gar nichts sehen und ein sauberes Bild haben!


Helligkeit & Kontrast

In Bezug auf die Helligkeit gibt es keine Unterschiede zwischen den Technologien, da die Hintergrundbeleuchtung (welche die Helligkeit bestimmt), von der Flüssigkristallanzeige getrennt ist. Es gibt jedoch erhebliche Unterschiede bei den Kontrastverhältnissen. Dies ist ein Bereich, auf den sich die meisten Leute bei der Auswahl des gewünschten Paneltyps konzentrieren.

  • Sowohl TN- als auch IPS-Panels haben in der Regel ein Kontrastverhältnis von 1000: 1.
  • TN-Panels weisen im kalibrierten Zustand tendenziell die niedrigsten Kontrastverhältnisse auf, wobei ein Einstiegs-Panel zwischen 700: 1 und 900: 1 liegt und gute Panels diese 1000: 1-Marke erreichen.
  • IPS hat eine größere Reichweite, aber man sieht auch hier niedrige Werte wie 700: 1. Die besten tendieren dazu, höhere Werte als TN-Panels zu haben, wobei 1200: 1 oft das höchste für Desktop-Monitore ist. Bei manchen Laptop-Displays sind Werte bis 1500:1 drin.
  • VA-Panels holen hier die Krone und das mit Abstand. Werte jenseits der 4000:1 sind keine Seltenheit.

Von links nach rechts: IPS, TN und PLS im Vergleich

Weder TN noch IPS erreichen den VA-Bereich beim Kontrast. Einsteiger-VA-Panels beginnen mit einem Kontrastverhältnis von 2000:1 und kommen oft an Werte wie 4500:1 liegt, obwohl 3000:1 für die meisten Monitore typisch ist.

In Fernsehgeräten werden VA-Panels in großem Umfang verwendet, und die Kontrastverhältnisse können sogar noch höher sein. Dort ist es nicht ungewöhnlich, Werte über 6000:1 zu sehen. Wenn ihr also tiefe Schwarztöne und hohe Kontrastverhältnisse wollt, müsst ihr euch für VA entscheiden.

Kontrast im Vergleich: Links der VA-Monitor, rechts ein IPS-Kandidat (Bild: Youtube-Kanal von Lims Cave)

Während IPS-Panels in der Regel den Mittelweg für den Kontrast darstellen, leiden sie unter dem Phänomen „IPS-Glühen“, einem scheinbar weißen Glühen, wenn dunkle Bilder in einem Winkel betrachtet werden. Die besten Panels weisen nur ein minimales Leuchten auf, allerdings ist das bei allen Displays dieses Typs nach wie vor ein Problem (obwohl man auf diesen Bildern wenig davon erkennt).

Deutlicher wird der Vergleich, wenn wir mal ein IPS und ein TN-Panel gegenüberstellen. Im folgenden Bild sieht man sehr deutlich, dass TN-Panels hier zu kämpfen haben.

​Anmerkung zu den Screenshots

Bitte beachtet, dass solche Vergleiche immer wegen vieler Einschränkungen nicht optimal sind:

  • Aufgrund des Dynamikbereichs werden nur helle oder dunkle Details aufgezeichnet
  • Auch ohne diese Einschränkung sieht man den reinen Rotunterschied nicht, wenn euer Display keine 131% sRGB darstellen kann
  • Quantum Dot-Farben werden nicht aufgezeichnet von Kameras

Farbenabdeckung und Farbskala

Dies ist ein weiterer Bereich, in dem VA und IPS ein besseres Ergebnis erzielen.

  • Die besten TN-Panels beschränken sich in der Regel auf sRGB oder decken bei den schlechtesten Einstiegs-Panels nicht einmal den gesamten sRGB-Bereich ab. Es gibt zwar TN-Panels mit großem Farbumfang, diese sind jedoch selten.
  • VA-Panels beginnen in der Regel mit einer vollständigen sRGB-Abdeckung und können je nach Modell noch mehr rausholen. VA-Displays mit Quantum-Dot (typischerweise von Samsung) bieten einen höheren Farbraum um die 125% sRGB- oder 90% DCI-P3-Marke.
  • IPS-Panels haben hier eine höhere Varianz, bieten aber oft höhere Werte als 95%.

Oft haben IPS-Monitore beim Farbspektrum eine große Varianz. In diesem Vergleich schneidet der TN sogar besser ab (Bild: Youtube The Tech Chap)

IPS-Displays der Einstiegsklasse bieten in der Regel 95% oder weniger sRGB-Abdeckung, während sich die Mehrheit an die vollständige sRGB-Abdeckung hält. Bei High-End-Displays ist es jedoch nicht ungewöhnlich, dass die gesamte DCI-P3- und Adobe RGB-Abdeckung angezeigt wird.


Farbqualität 

Die Farbqualität ist ein weiterer Unterschied, den viele insbesondere zwischen TN-Displays und anderen Displaytypen anführen. Dies kann in zwei Kategorien unterteilt werden: Farbtiefe/Bittiefe und Farbskala. 

  • In beiden Fällen tendieren TN-Panels dazu, auf das schwächere Ende der Skala zu fallen. Viele TN-Displays, insbesondere Einstiegsmodelle, sind nur 6-Bit-Displays. 6-Bit-Panels neigen zu Farbstreifen, während native 8-Bit-Panels weichere Farbverläufe und damit eine bessere Farbausgabe aufweisen.
  • Wenn ihr eine native 8-Bit-Anzeige bevorzugt, müsst ihr entweder IPS oder VA verwenden.

Ein Asus IPS-Monitor mit 8 Bit+FRC Farbtiefe

Doch nicht alle TN-Panels sind 6-Bit. Die Highend-TNs sind native 8-Bit-Displays, aber die meisten TNs haben auch heute nur native 6-Bit. 

Während es noch 6-Bit-IPS- und VA-Panels der Einstiegsklasse gibt, sind so ziemlich alle Optionen für den mittleren bis oberen Preisbereich 8-Bit-Panels.

Für native echte 10-Bit-Panels müsst ihr in der Regel nach einem IPS-Panel suchen. Einige VA-Panels können das, aber sie sind selten. Die meisten von euch gekauften Monitore die angeblich 10-Bit sind, sind tatsächlich 8-Bit + FRC, und nur hochwertige Highend-Monitore bieten eine native 10-Bit-Erfahrung.


Bildwiederholraten

Größtenteils haben wir in diesem Artikel über die TN-Technologie hergezogen. Bisher hat sie die schlechteste Farbwiedergabe, die miesesten Kontrastverhältnisse und Blickwinkel.

Aber sie hat einen entscheidenden Vorteil: Und zwar in Form von Geschwindigkeit. TN-Panels sind sowohl für eine hohe Bildwiederholfrequenz als auch für eine niedrige Reaktionszeit am besten geeignet. 

  • Gegenwärtig ist TN der einzige Paneltyp, der 240 Hz erreicht. Dies sowohl mit 1080p und auch mit 1440p. 
  • VA-Panels erreichen bei Ultrawide-Displays eine Spitzenfrequenz von 200 Hz, die meisten 16: 9-Modelle sind jedoch auf 165 Hz begrenzt.
  • IPS-Panels erreichen ebenfalls 165 Hz, obwohl eine 240-Hz-1080p-Option von LG bald erhältlich sein sollte.

Gibt es wirklich einen Unterschied zwischen 60hz und 144hz? Ja, doch seht selbst in diesem Video. Denn ein Video sagt hier mehr als 1000 Bilder. Wir haben das Video direkt zur Action vorgespult.

Während IPS-Panels mit 144 Hz und mehr aktualisieren können, ist die Anzahl der Panels mit hoher Aktualisierung im Vergleich zu VA und TN begrenzt. Die meisten IPS-Displays, insbesondere hochwertige Optionen für Profis sowie Office-Monitore der Einstiegsklasse, haben entweder 60 oder 75 Hz.

Dahingegen gibt ist eine erheblich größere Anzahl von VA-Panels in einem größeren Größen- und Auflösungsbereich mit schneller Bildwiederholrate.

Bei TN-Displays gibt es die größte Auswahl an Modellen mit 144hz, 165hz oder sogar 240hz in allen möglichen Zollgrößen.


Reaktionszeit

Die andere wichtige Überlegung sind Reaktionszeiten, die den Grad von "Geisterbildern", das "Verwischen" des Bildes und die allgemeine Klarheit eines Panels bestimmen. Frühe IPS- und VA-Panels waren sehr langsam, dies hat sich jedoch bei modernen Panels erheblich verbessert, sodass die Unterschiede zwischen den drei Technologien nicht mehr so ausgeprägt sind wie früher.

  • Trotzdem hat TN hier immer noch einen starken Vorteil. Die meisten TN-Panels haben eine eingestufte Übergangszeit von 1 ms oder sogar weniger bei einigen neueren Modellen. 
  • IPS-Panels sind hinsichtlich der Geschwindigkeit die Zweitbesten, obwohl (wie es bei IPS oft der Fall ist) große Unterschiede zwischen den besten und schlechtesten Panels dieses Typs bestehen. High-End-IPS-Monitore können eine Reaktionszeit von bis zu 4 ms aufweisen.
  • VA-Panels sind durchweg die langsamsten der drei Typen. Der absolut schnellste Wert den man hier oft bekommt, liegt zwischen 5 und 6 ms, wobei typische Werte für Gaming-Monitore zwischen 8 und 10 ms liegen.

Manche günstige IPS- und VA-Monitore haben öfter "Ghosting" oder Verzerrungs-Probleme

Dies macht IPS im Vergleich zu den besten TN-Panels im besten Fall doppelt so langsam. IPS-Panels der Einstiegsklasse oder solche ohne Overdrive liegen jedoch näher an 10 ms, während Optionen der Mittelklasse in der Regel bei 5 bis 7 ms liegen.

VA-Panels neigen auch dazu, mit ihren Übergängen weniger konsistent zu sein. Einige einzelne Übergänge können schnell sein, während andere sehr langsam sind.

Während es unwahrscheinlich ist, dass viele von euch den Unterschied zwischen einem 8ms VA-Panel und einem 5ms IPS bemerken, sind TN-Panels bei schnellen Bewegungen Ingame wesentlich schärfer.

Die Langsamkeit der VA-Panels schränkt auch ihre tatsächliche Bildwiederholfrequenz ein: Ein 144-Hz-Panel das nur eine Reaktionszeit von 9 ms hat, liefert tatsächlich ein Bild, das eher einem 110-Hz-Panel entspricht. Dahingegen sind die meisten 144-Hz-IPS-Panels schneller, was zu einer echten 144-Hz-Erfahrung führt.

Beachtet auch, dass ihr bei sehr günstigen IPS- und VA-Panels öfter mal Probleme mit Unschärfe oder "Ghosting" bekommen könnt. Im Wesentlichen ist das ein Bildfehler der dazu führt, dass Objekte, die sich auf dem Bildschirm bewegen, unerwünschte "Spuren" hinterlassen.


Fazit: IPS oder TN-Panel oder doch lieber VA?

Kurz gesagt, TN-Panels sind die schnellsten und haben die höchsten Bildwiederholraten, haben jedoch bei weitem die schlechtesten Betrachtungswinkel sowie eine schwache Farbleistung sowie in der Regel die niedrigsten Kontrastverhältnisse. TNs werden in der Regel für ultraschnelle Gaming-Displays sowie für Displays der Einstiegsklasse sowohl für Desktop-Monitore als auch für Laptops verwendet.

IPS ist eine Technologie, die in der Mitte steht. IPS-Panels bieten in der Regel die beste Farbleistung und die besten Betrachtungswinkel. Der Rest liegt im guten Mittelfeld zwischen den beiden Extremen. Aufgrund der erstklassigen Farbausgabe sind IPS-Panels die erste Wahl für Grafikdesigner oder farbenverliebte Gamer. 

VA-Panels sind die langsamsten der drei Panels, haben jedoch bei weitem das beste Kontrastverhältnis und die besten Schwarzwerte. Die Farbleistung liegt nicht ganz auf dem Niveau von IPS, aber sie bieten in dieser Hinsicht immer noch ein deutlich besseres Erlebnis als TN.

Mit Reaktionszeiten für die besten modernen VAs, die sich dem Niveau eines typischen IPS annähern, sowie einer breiten Unterstützung für hohe Bildwiederholraten, werden VA-Monitore häufig für Gaming-Monitore verwendet. VAs der Einstiegsklasse sind in der Regel auch TN- und IPS-Panels der Einstiegsklasse überlegen.

Daher gibt es keine richtige Antwort auf die Frage, welches die beste Monitortechnologie ist, weil alle ihre Stärken und Schwächen haben.

Falls ihr aber trotzdem unsere Empfehlung wollt: Für die meisten von euch empfehlen wir (insbesondere für Gamer) eher VA-Panels. Kreative Profis sollten sich ausschließlich mit IPS-Monitoren befassen, während alle angehenden eSports-Pros zu TN greifen sollten.


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