SSD oder HDD – Was ist besser?

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Hardware Tipps

SSD oder HDD für Gaming: Unterschiede, Benchmarks, Vorteile und Nachteile in der Übersicht

SSD oder HDD? Diese Frage stellen sich vor allem Gamer ziemlich häufig, denn zum Thema SSD vs. HDD gibt es immer noch reichlich Verwirrung.

Da die Preise für SSD-Festplatten in den letzten Jahren gesunken sind, wechseln immer mehr Zocker von normalen HDD-Festplatten zu SSDs, um ihre Lieblingsspiele zu installieren. Doch haben SSDs wirklich positive Auswirkungen auf die Ingame-Leistung?

In diesem Artikel werden wir euch genau erklären, wo die Unterschiede zwischen SSD und HDD liegen. Außerdem erfahrt ihr, wie sich SSDs oder HDDs in Bezug auf die Gaming-Performance schlagen und wo Vor- und Nachteile liegen.

TLDR: SSD oder HDD in 30 Sekunden

Wir empfehlen eine Kombination aus SSD und HDD. Fürs Gaming bringen SSDs zwar nicht mehr FPS, haben aber trotzdem einige entscheidende Vorteile gegenüber HDDs (vor allem in Punkto Ladezeiten). Dahingegen haben HDD Festplatten eine längere Lebensdauer und sind für große Datenvolumen viel kostengünstiger.

Auch interessant: Unsere Artikel zu den besten Gaming SSDs und den besten externen Festplatten


Was sind eigentlich HDDs und SSDs?

HDDs und SSDs stellen als “Festplatten” den Hauptdatenspeicher eures Systems dar. Hierauf werden sämtliche Daten untergebracht.

Das bedeutet, alles was ihr an Programmen öffnet und auch das Hochfahren eures Systems hängt stark von der Geschwindigkeit eurer Festplatte ab.

HDD-Festplatten 

Die “Hard Disk Drives” existieren dabei bereits seit mehreren Jahrzehnten und stammen ursprünglich aus den 50er Jahren. Während damals nur sehr kleine Datenmengen gespeichert werden konnten, bieten HDDs heutzutage Platz für mehrere Terabyte an Daten.

Wie der Name “Hard Disk Drive” schon vermuten lässt, funktioniert die Datenspeicherung hier mechanisch. Schreib- und Leseköpfe fahren über eine rotierende Magnetplatte und lesen oder ändern dabei die Ausrichtung der Magnetisierung.

So werden Daten als Binärcode mit positiver oder negativer Magnetisierung abgespeichert und auch entsprechend ausgelesen.

Durch die Menge kleiner mechanischer Teile, die alle in perfektem Einklang laufen müssen, gibt es viele Stellen, an denen etwas versagen kann. Meist laufen HDD-Festplatten zwar sehr lange und solide, doch ihre moderneren Brüder, die SSDs, arbeiten deutlich ausfallsicherer.

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SSD-Festplatten

Solid State Drives sind eine deutlich modernere Variante der Datenspeichermedien.  Das Lesen und Speichern von Daten funktioniert hier ohne mechanische Vorgänge.

Die in SSDs arbeitenden Flash-Speicher speichern Informationen dabei durch geladene oder ungeladene Energiezellen. Diese entsprechen den Einsen und Nullen eines Binärcodes.

Durch die nicht benötigte Mechanik entstehen neben der geringeren Ausfallgefahr auch andere Vorteile.

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Die Samsung 860 EVO ist nach wie vor eine Top-SSD mit genialer Preisleistung. Eine der schnellsten SATA-SSDs mit großer Haltbarkeit.

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SSD oder HDD für Gaming?

Die Wahl einer SSD gegenüber einer herkömmlichen mechanischen HDD-Festplatte bietet viele Leistungsvorteile. Durch die höheren Lese- und Schreibgeschwindigkeiten einer SSD können große Dateien schneller geladen werden. Zudem werden Bootzeiten sowohl in eurem Betriebssystem, als auch in Programmen und Anwendungen verringert.

Was bringen euch SSDs jedoch Ingame konkret für die FPS? Darauf gehen wir im Folgenden ein.

SSD vs. HDD - Das sagen die Benchmarks

Anders als es der weit verbreitete Irrglaube vermuten lässt, macht es für die FPS keinerlei Unterschied, ob man eine HDD oder SSD nutzt. Egal ob HDD, SATA SSD, M.2 SSD oder Intel Optane, in fast allen Spielen werdet ihr nicht mal ein oder zwei FPS mehr erhalten.

Es gibt zwar Ausnahmen, die sind aber eher auf fehlende Optimierungen der Entwickler im Textur- und Levelstreaming zurück zu führen und sehr sehr selten. Doch seht selbst im folgenden Video, was Sache ist:

Man sieht hier in mehreren Spielen recht deutlich: Ob SSD oder HDD macht für die FPS keinen Unterschied.

In Bezug auf die Performance im Spiel bietet eine SSD keinen wesentlichen Leistungsvorteil. Auch bei den von uns durchgeführten Tests und in den Benchmarks die wir uns angeschaut haben wird klar, dass der Unterschied zwischen einer SSD und einer HDD Festplatte in Spielen vernachlässigbar ist.

Ihr glaubt uns immer noch nicht?

Dann schaut ich die folgenden (recht aktuellen) Daten von an, die sprechen wirklich Bände:

Der Benchmark von Hardocp.com zeigt: Die FPS-Performance von SSD und HDD sind gleich (Bild: Hardocp)

Man sieht in der Analyse von Hardocp deutlich, dass der Durchschnittswert für die Frames nahezu identisch ist. Egal ob Arma 3 oder Battlefield 4 - SSD oder HDD macht in Punkto Frames keinen Unterschied.

Auch im Battlefield 4 Multiplayer gibt's keinen FPS-Unterschiede bei SSD oder HDD (Bild: Hardocp.com)

Auch die folgende etwas ältere Analyse von zeigt die gleichen Ergebnisse:

SSD und HDD haben die gleichen FPS-Zahlen (Bild: Tomshardware

Haben wir euch überzeugt? Obwohl Videos wie das folgende von TestingGames kleinere FPS-Schwankungen zwischen SSD und HDD zeigen, sind diese meist nicht gewichtig und fallen nur bei Open-World Games auf. 

Wie die teils höheren FPS-Werte bei SSDs zustande kommen, erfahrt ihr in den folgenden Abschnitten.

Die Vorteile von SSDs für Gamer

Lohnen sich SSDs für Gamer also überhaupt nicht? Weit gefehlt, denn die Dinger bringen jede Menge Vorteile.

Kürzere Ladezeiten

Der wirklich große Vorteil beim Gaming mit SSDs liegt in den deutlich kürzeren Ladezeiten. Zwar hängt das stark vom Spiel ab, bei manchen Titeln habt ihr mit einer SSD aber gerade einmal ein Viertel der Ladezeit, welche das Spiel auf einer HDD benötigen würde.

Das schließt sämtliche Formen des Ladens mit ein: Spielstart, Schnellreise, neue Levelabschnitte, alles wird verkürzt. Laut trifft das vor allem bei Open World Titeln zu und kann einem eine Menge Zeit im Ladebildschirm ersparen.

Weniger Framedrops

Ein weiterer Bonus in Games mit einer größeren Spielwelt ist, dass es deutlich seltener zu Framedrops durch Levelstreaming kommt. Levelstreaming bezeichnet das Laden der Umgebung, während man sich in ihr bewegt. So kann es passieren, dass das Spiel kurz einfriert, bis zum Beispiel eine größere Textur geladen ist.

Da mit einer SSD das Laden der Texturen dabei deutlich schneller vonstattengeht, werden solche Framedrops in den meisten Fällen sogar komplett ausgelöscht. Extrem merkt man diesen Vorteil bei Spielen wie beispielsweise GTA V, Ark, Witcher 3 oder Subnautica.

Spezialtipp zum Thema FPS-Probleme

Falls ihr generell Probleme mit euren FPS habt, liegt das definitiv nicht an eurer HDD (außer ihr verwendet ein 10 Jahre altes Modell). Um eure FPS in Games wirklich zu erhöhen, lohnt sich der Kauf einer SSD nicht - denn die SSD wird eure Probleme nicht beheben. Investiert lieber in eine bessere Grafikkarte, die bringt euch wesentlich mehr FPS, als eine SSD.

Mehr Sicherheit in eSport-Titeln bei Crashes oder Disconnects

Doch auch in kompetitiven Spielen wie PUBG, Rainbow Six Siege oder CS:GO kommen einem die kürzeren Ladezeiten zugute. So müssen Mitspieler zum Beispiel nicht so lange auf den Spielstart warten oder ihr seid schneller im Match und habt noch etwas mehr Zeit, die Aufwärmphase zu nutzen.

Dazu kommt, dass ihr im Falle eines Game- oder gar PC-Crashes in vielen Competitive-Titeln ein Zeitlimit habt, in welchem ihr wieder verbunden sein müsst. Ansonsten wartet eine Strafe, häufig in Form eines temporären Spielausschlusses.

Wenn ihr dann den PC mit einer HDD komplett neustarten und dann noch ins Spiel reinladen müsst, dann wird das schonmal sehr knappt. Hier seid ihr mit einer SSD auf der deutlich sicheren Seite.

Worauf sollte ich als Gamer achten?

Dass es Sinn macht sich für aktuelle Spiele eine SSD zu kaufen, sollte klar geworden sein. Es kann einem viel Zeit und Ärger ersparen. Denn wer hängt schon gerne lange im Ladescreen, weil er immer wieder am gleichen, harten Boss stirbt?

Aber welche SSD-Größe macht wirklich Sinn für einen Gamer? Und welche Spiele sollte ich wirklich darauf installieren?

Welche SSD-Größe macht Sinn?

Es kommt in erster Linie auf eine Sache an: Wie viel wollt ihr ausgeben? Natürlich bringt es euch keinen Nachteil eine 2TB SSD in euer System einzubauen, nur kostet so eine Platte einen stolzen Preis.

Wenn ihr absolut kompromisslos bleiben wollt und durchgehend eure komplette Spielebibliothek installiert habt, dabei aber trotzdem kurze Ladezeiten haben möchtet, dann kommt ihr hier wohl nicht drum rum.

Fehlt euch aber das nötige Kleingeld für so eine Anschaffung, dann kann man auch ein wenig tricksen.

Optimale SSD-Größe in Kombination mit HDD

Durch die Wahl einer kostengünstigeren SSD mit 250 bis 500 GB in Kombination mit einer größeren HDD Festplatte mit 1 TB + optimiert ihr euer Budget hinsichtlich Leistung und Speicherkapazität. Ihr könnt die SSD für die wichtigsten Spiele und das Betriebssystem verwenden, die HDD Festplatte wird als Massenspeicher für Media-Dateien und weniger verwendete Programme genutzt.

Spiele auf der SSD oder HDD installieren?

Oft reicht schon eine 500GB SSD in Kombination mit einer größeren HDD absolut aus, um euer Gamerherz zu befriedigen. Auf der SSD behaltet ihr alle Spiele installiert, die ihr wirklich viel oder einfach aktuell spielt. Auf die HDD kommen dann Spiele, die ihr nur eher selten zockt.

Dafür lohnt es sich auch zu differenzieren, welches Spiel auf einer SSD wirklich sinnvoll ist und von den schnellen Zugriffszeiten profitiert.

Eine einfache Google Suche zum entsprechenden Spiel gibt hier oft schon Aufschluss, da dieses Thema für jeden aktuelleren Titel in Foren aufgegriffen wird.

Der Steam-Trick

Wenn ihr für euch entschieden habt welche Spiele für euch sinniger auf einer SSD statt auf einer HDD erscheinen, dann könnt ihr anfangen zu installieren. Nutzt ihr Steam habt ihr hier sogar den Vorteil, dass ihr verschiedene Installationspfade wählen könnt. So könnt ihr direkt entscheiden, was ihr auf welcher Platte haben wollt.

Spielt ihr ein Spiel gerade nichtmehr, wollt es aber auch nicht deinstallieren (zum Beispiel, weil ihr eine langsame Internetverbindung habt), dann könnt ihr Spiele bei Steam auch problemlos verschieben.

Klickt mit dem Rechtsklick auf euer installiertes Spiel in eurer Steambibliothek und wählt im Pop-Up Menü den Unterpunkt “Eigenschaften”. Klickt im folgenden Fenster auf den Reiter “Lokale Dateien”. Dort findet ihr die Funktion “Installationsverzeichnis verschieben”.

Auf diesem Weg könnt ihr eure Spiele beliebig zwischen euren Festplatten hin- und herschieben und so immer die Games die ihr aktuell spielt auf eurer SSD halten.

Bei Spielen die ohne Client laufen, lassen sich die Installationsordner an sich problemlos verschieben. Ihr müsst nur darauf achten, dass alle Dateien in einem Ordner bleiben und sich die Struktur innerhalb des Ordners nicht verändert. Außerdem müsst ihr eventuelle Desktopverknüpfungen an den neuen Speicherort anpassen.

Natürlich könnt ihr auch auf Hybrid Lösungen zurück greifen. Diese machen vor allem Sinn, wenn ihr immer wieder das gleiche Spiel startet, da der Algorithmus so die entsprechenden Dateien durchgehend im Flash Speicher halten kann.


SSD vs. HDD: Die Unterschiede im Detail

SSD und HDD Festplatten unterscheiden sich in einigen Aspekten, die wir euch in der folgenden Tabelle zusammengefasst haben. In der Mitte der Tabelle findet ihr die jeweilige Vergleichsmetrik. Darunter erklären wir dann noch für die wichtigsten Punkte und gehen näher auf die Unterschiede ein.

SSD

VS

HDD

23s (2,6x schneller)

Windows-Bootvorgang

62s

Weniger als 0,5% 

Ausfallrate

 Um die 2-5%

2-3 W

Stromverbrauch

6-7 W

200 GB - 1TB

Gebräuchliche Kapazitäten 

500 GB - 5 TB

~ 22 Cent

Preis pro GB

~ 2 Cent

sehr klein - klein (m.2 / 2,5 Zoll)

Maße / Größe

groß (3,5 Zoll)

0 dB

Lautstärke

27 dB

Nein

Vibration

Ja

5-10 Jahre

Lebensdauer

> 10 Jahre

teilweise eingeschränkt

Verfügbarkeit

kaum Probleme

Extrem gering

Wärmeentwicklung

höher als bei SSDs

Meist über 200MB/s

Datenübertragung

Meist 50-120MB/s

Bis zu 30% schneller

Öffnen von Dateien

langsamer als SSDs

Nein

Risiko durch Magneten?

Ja

Speichergröße & Maße

Aufgrund ihrer Beschaffenheit ist es noch nicht möglich SSDs mit so großen Speichermengen zu produzieren, dass sie die HDDs übertrumpfen könnten. Mit besseren Fertigungsprozessen im immer kleiner werdenden Nanometer Bereich werden in Zukunft aber größere SSDs möglich werden.

HDDs sind inzwischen schon in der Lage sehr große Datenmengen aufzunehmen. So ist es nicht unüblich Festplatten mit einem Speicherplatz im zweistelligen Terabyte Bereich zu finden.

Versucht man eine SSD mit einer Größe von mehr als zwei Terabyte aufzutreiben, so wird das bereits schwer. Oder man gibt ein Vermögen dafür aus. Hier haben also ganz klar die HDDs noch die Nase vorn.

Maße:

Eine Festplatte mit 7200 U / min ist für ein 3,5-Zoll-Laufwerkgehäuse konzipiert, während langsamere 5400 U / min-Festplatten etwas kleiner sind und in 2,5-Zoll-Laufwerkgehäuse passen. SSDs werden normalerweise auch in 2,5-Zoll-Laufwerkgehäusen geliefert.

SSDs gewinnen in dieser Kategorie ganz klar. Vor allem M.2-SSDs können sehr klein ausfallen und haben nicht mal ein Gehäuse - ihr steckt sie einfach direkt in euer Mainboard. Ergo: SSDs sind perfekt für Laptops und andere kleinere Geräte geeignet.

Geschwindigkeit

Die Frage SSD oder HDD stellt sich vor allem in Punkto Geschwindigkeit häufig. Wir unterscheiden hier in ein paar Kategorien für euch, denn SSDs starten nicht nur euer Windows schneller.

Lesen & Schreiben: 

Spricht man von der Geschwindigkeit einer Festplatte, so ist in den meisten Fällen die Zeit gemeint, die das Lesen oder Schreiben von Daten benötigt.

Die HDD hat hier aufgrund ihrer mechanischen Bauweise und der damit verbundenen mechanischen “Trägheit” deutliche Nachteile. Wenn hier etwas gelesen oder geschrieben werden muss, dann muss immer darauf gewartet werden bis der Lese- oder Schreibkopf über der entsprechenden Stelle auf der Magnetplatte positioniert ist.

Bei Umdrehungszahlen von mehreren tausend Umdrehungen pro Minute macht dies zwar nur etwa eine Millisekunde aus, doch die Auswirkungen auf die inzwischen sehr schnelle Datenverarbeitung sind enorm.

SSDs haben dieses Problem nicht. Diese arbeiten, ähnlich wie Arbeitsspeicher, nach dem “Random Access” Prinzip. Das bedeutet, dass durch eine Adressierung auf alle Bereiche des Speichers sofort zugegriffen werden kann.

Hierdurch entsteht eine deutlich schnellere Zugriffsgeschwindigkeit auf den Speicher. Sogar Betriebssysteme brauchen hierdurch meist nur etwa ein Viertel der Zeit zum Booten im Vergleich zu einer HDD.

Auch Daten-Fragmentierung zeigt bei einer SSD keinerlei Auswirkung auf die Geschwindigkeit.

Bei einer HDD müsste der Lesekopf für eine fragmentierte Datei unterschiedliche Stellen anfahren, um die vollständige Datei zu lesen. Da bei einer SSD jede Speicherzelle ohne Zeitverlust angesteuert werden kann ergibt sich hier keine Verlangsamung im Dateizugriff, selbst wenn die Datei komplett fragmentiert sein sollte.

Daher sind auch Defragmentierungen bei einer SSD nicht nötig, im Gegenteil, sogar eher schädlich für ihre Lebenszeit. Schließlich werden hier Daten umgeschrieben, was zu Lasten der verbleibenden Schreibzyklen der Speicherzellen geht.

Starten von Anwendungen:

Die gerade beschriebenen Eigenschaften von SSDs äußern sich auch beim Starten von Programmen:

SSDs sind wesentlich schneller beim Starten von Programmen (Bild: Gamingscan)

Man sieht in diesem Bild deutlich, dass SSDs Programme und größere Dateien wesentlich schneller starten und öffnen. Außerdem profitieren eure Ladezeiten in Games erheblich von einer SSD.

Ladezeiten in Games:

Nathan Kirsch von Legitreviews hat in einer Analyse 7 Festplatten getestet und sich die Ladezeiten für das Spiel Final Fantasy XIV: Stormblood angeschaut. Das Ergebnis seht ihr im Bild - die SATA HDD Seagate Barracuda Pro (was eine sehr gute Festplatte ist) wurde hier gnadenlos abgehängt. 

HDD Festplatten haben keine Chance gegen SSDs in Punkto Ladezeiten bei Games (Bild: Legitreviews)

In dieser Kategorie haben HHDs gegen SSDs also keinerlei Chance, man kann hier nichtmal von Wettbewerb sprechen.

Lebensdauer

Wie lange halten Festplatten tatsächlich? Die kurze Antwort lautet: HDDs halten länger. Die längere Antwort: Es hängt von mehreren Faktoren ab.

HDDs

HDDs sind relativ robust im normalen Betrieb, dafür sehr anfällig für physikalische Einwirkungen. Fällt eine HDD zum Beispiel herunter oder bekommt anderweitig einen harten Schlag, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die feine Mechanik in der Platte beschädigt wird. Das kann zu einem kompletten Datenverlust führen.

Auch magnetische Felder können der Tod für die Daten auf einer HDD bedeuten. Eine SSD bleibt von diesen unbeeindruckt. Gerade für Laptops sind SSDs daher eine deutlich bessere Wahl.

SSDs 

Die Funktionsweise der SSD bietet nicht nur Vorteile. Die Speicherbereiche auf den Chips überleben nur eine bestimmte Anzahl an Schreibvorgängen, danach sind sie nichtmehr zu gebrauchen.

Hierbei sei aber gesagt, dass es im normalen Betrieb mehrere Jahre dauert, bis dieser Punkt erreicht ist.

Durch geschickte Verwaltung der Schreibaufträge wird außerdem das Maximum an Lebensdauer herausgeholt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Schreibaufgaben gleichmäßig auf alle Speicherzellen verteilt werden und sie “gleichmäßig” verschleißen.

Diese Verwaltung erfolgt über das sogenannte “S.M.A.R.T.” System, welches außerdem ausgelesen werden kann. So lässt sich die verbleibende Lebensdauer einer SSD sogar in einer prozentualen Zahl darstellen.

Der Screenshot zeigt wie so etwas aussehen kann. Die SSD ist dabei über ein Jahr in Betrieb und wird als Systemplatte und für diverse Spiele und Systemanwendungen genutzt.

Warum HDDs unter "optimalen" Bedingungen länger leben und warum das nicht wirklich relevant ist

SSDs verwenden NAND-Speicher. Die Art und Weise, wie der NAND-Speicher Daten speichert, erfolgt über elektrische Ladungen, anstatt auf eine Platte geschrieben zu werden. Dies macht den NAND-Speicher für die Langzeitspeicherung von Daten schlechter (bei langfristig sprechen wir von Jahrzehnten).

Für uns Verbraucher macht das keinen großen Unterschied. Denn die meisten von euch holen sich eh etwa alle sechs Jahre einen neuen PC mitsamt Festplatten. Somit wäre das lange bevor eine SSD oder eine HDD unter normalen Umständen ausfällt.

Ihr könnt euch mal Programme wie CrystalDiskInfo anschauen, um damit den Zustand eurer Laufwerke zu überwachen.

Preis

Heutzutage gibt es zwar schon 4 TB und größere SSDs auf dem Markt, aber aufgrund des hohen Preises können sich das nur die Wenigsten leisten. Auch wenn die Preise für SSDs im Laufe der Jahre bemerkenswert gefallen sind, zahlt man hier immer noch einen hohen Preis pro GB. Wer es sich leisten kann, der investiert in größere SSDs, alle anderen sollten hier auf Sparflamme fahren. Denn in Punkto Preisleistung (bezüglich Speicherplatz) sind HDDs immer noch meilenweit vorne.

Lautstärke, Temperatur & Strom

Die fehlende Mechanik bei SSDs hat auch positive Auswirkungen auf drei weitere wichtige Punkte im Betrieb:

Zum einen wäre da die Betriebslautstärke. Während vor allem ältere HDDs häufig ein Rattern und Surren von sich geben, bleiben SSDs absolut still. Da sich in ihnen nichts bewegt, kann auch nichts Geräusche verursachen.

HDDs verbrauchen mehr Strom (Quelle). Wenn sich nichts bewegen muss benötigt man auch keine Motoren. Dadurch halbiert sich der Energiebedarf einer SSD gegenüber einer HDD. Wir sprechen hier zwar nur von ein paar Watt, die im Desktop-Betrieb kaum auffallen, bei Laptops kann einem das aber noch einmal eine Stunde Betriebszeit extra bieten.

Weniger Leistungsaufnahme bedeutet außerdem eine geringere Temperatur. Zwar werden auch HDDs nicht sonderlich heiß, SSDs bleiben aber besonders kühl. Wieder ein Punkt, der vor allem in Laptops sehr wichtig ist.

SSDs für andere Anwendungen – lohnt es sich?

Da vor allem kleinere SSDs inzwischen recht günstig sind, macht es definitiv Sinn sich eine davon im Rechner als Systemplatte zu verbauen.

Windows bootet wirklich erheblich schneller von einer SSD. Auch andere Programme wie Browser oder Office Anwendungen starten deutlich schneller, wenn sie auf einer SSD gespeichert sind.

Alleine für den Windows Bootvorgang lohnt sich eine SSD schon. Die Grafik von zeigt, dass eine SSD die Bootzeiten quasi halbiert. Auf Warten hat eh niemand Bock, oder?

Eine SSD kann die Zeit zum Hochfahren im Vergleich zu HDDs halbieren

Dabei empfiehlt es sich, wenigstens eine SSD mit 250GB an Speicherplatz zu kaufen.

Durch die regelmäßigen Updates von Windows und anfallende Benutzerdaten kann der vom System eingenommene Speicher echt überraschend groß werden. Selbst 120GB Platten kommen hier schnell an ihre Grenzen.

Wenn ihr nicht viele Daten auf eurem PC speichern wollt, dann solltet ihr überlegen vielleicht sogar direkt zu einer 500GB Variante zu greifen und die HDD komplett raus zu lassen. So müsst ihr keine zusätzliche Anschaffung machen und spart weitere Kosten. Das halbe Terabyte reicht für reine Office Anwendungen mit nur wenigen Daten und Programmen mehr als aus und hält euer System schnell.

Wenn ihr also viele Filme oder viel Musik auf eurer Festplatte speichern wollt, statt sie zu streamen, dann seid ihr mit einer großen HDD deutlich besser bedient. Das Geld für eine entsprechend große SSD wäre rausgeschmissen.

Schwergewichtige Programme gehören auf die SSD

Solltet ihr viel mit schwergewichtigen Programmen wie PhotoShop oder Excel hantieren, dann installiert diese auf eurer SSD. Solltet ihr Webbrowser wie Chrome oder FireFox verwenden, knallt diese auch auf die SSD. Dadurch könnt ihr eine Performancesteigerung erreichen und die Programme reagieren schneller.

Hantiert ihr jedoch viel mit großen Mediendateien und macht zum Beispiel viel mit Videoschnittprogrammen, dann lohnt es sich zu der SSD noch eine zusätzliche HDD zu kaufen.

Bei solchen Projekten fallen oft riesige Datenmengen an und eine SSD mit entsprechender Größe kann sehr teuer werden. Vor allem aber wenn ihr mehrere Projekte gleichzeitig bearbeitet, werdet ihr an entsprechend großen Speichergrößen nicht vorbeikommen.

Arbeitet ihr mit besonders großen (Video-)Dateien (zum Beispiel mit 4K Auflösung), dann ist eine große SSD auch sehr sinnvoll. Die Ladezeiten in entsprechenden Bearbeitungsprogrammen können ansonsten wirklich sehr lang werden und euch so von der Arbeit abhalten.

Musikdateien oder Filme auf einer SSD zu speichern bringt jedoch überhaupt keine Vorteile. Selbst für Filme mit einer 4K Auflösung reicht die Lesegeschwindigkeit einer normalen HDD absolut aus, um diese stotterfrei wiederzugeben.


Hybrid SSHD Festplatten - die Alternative?

Da beide Speichersysteme ihre Vor- und Nachteile bieten, gibt es mehrere Ansätze das Beste aus beiden Welten zu vereinen. Dabei gibt es sowohl Hardware- als auch Softwarelösungen für dieses Problem.

Was sind Hybrid-Festplatten und wie funktionieren sie?

Die Solid State Hybrid Drives, oder kurz SSHDs, kombinieren eine HDD mit einem kleinen, als Cache agierenden Flash-Speicher in einem Laufwerk. Dadurch ergeben sich ein paar Vorteile, jedoch werden von beiden Systemen auch die negativen Eigenschaften kombiniert.

Zum Beispiel bleiben die Platten genau so laut und verbrauchen genau so viel Energie wie normale HDDs. Auch die mechanische Anfälligkeit bleibt weiter bestehen. Es ergibt sich leider auch kein Vorteil in der Schreibgeschwindigkeit, da die Daten direkt auf die HDD geschrieben werden.

Der kleine verbaute Flashspeicher erfüllt vor allem eine Funktion: Bedingt schnellere Lesegeschwindigkeit.

In der Steuerelektronik agiert ein intelligenter Algorithmus der erkennt, welche Dateien häufig benötigt werden und lange Lesezeiten verursachen. Diese Daten werden dann auf dem Flash-Speicher abgelegt, beziehungsweise in diesen vorgeladen. So stehen diese Daten schneller zur Verfügung.

Wo machen SSHDs Sinn?

Ob solche Hybridplatten wirklich sinnvoll sind - darüber wird viel diskutiert. Der Flash-Speicher ist üblicherweise nur einige Gigabyte groß, wodurch sich die Ladezeiten von Programmen nur begrenzt verkürzen lassen.

Außerdem muss der Algorithmus erst lernen, welche Dateien sinnvoll auf den Flash-Speicher zu übertragen sind.

An die Leistung einer einfachen SSD kommen Hybrid-Platten also nicht ran. Dafür sind diese deutlich kostengünstiger.

In Systemen wo nur ein Laufwerk verbaut werden kann, können SSHDs insgesamt aber eine sehr interessante Alternative darstellen. Beispielsweise in Laptops oder Spielekonsolen wird damit ein effektiver Kompromiss zwischen Speicherplatz und Geschwindigkeit geschaffen.

Top Gaming SSHD Festplatte

Seagate FireCuda 2TB

Unsere Empfehlung

Die Seagate FireCuda ist eine SSHD mit 8GB NAND Flashspeicher und 64 MB Cache. Sie zählt zu den beliebtesten Hybrid-Festplatten auf dem Markt.

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Von der Preisleistung her sind Hybrid-Lösungen durchaus interessant. In Sachen Geschwindigkeit liegen herkömmliche SSDs jedoch vor allem bei der Schreibgeschwindigkeit deutlich vorne.

Habt ihr bereits eine große HDD und wollt ihr einen ordentlichen Leistungsschub verschaffen, dann sind Intel Optane und AMDs StoreMI gute Varianten dafür.

Müsst ihr nicht aufs Geld schauen, dann ist aber auch hier eine reine SSD die bessere Wahl, vor allem durch die schnellere Schreibgeschwindigkeit. 

Wenn ihr viele verschieden Spiele gleichzeitig spielt, dann machen wirkliche Hybrid-Platten jedoch weniger Sinn, da hier trotzdem immer wieder von der HDD geladen werden muss. Dort ist der Flash Speicher schließlich sehr begrenzt.

AMD StoreMI als Alternative zu SSHDs

StoreMI bietet die Möglichkeit, softwareseitig seine eigene Hybrid-Festplatte zu schaffen. Man kann hierbei zwei Speichergeräte auswählen und sie zu einem digitalen Verbund von einer Festplatte verknüpfen.

Sinn macht das vor allem, wenn man eine große HDD mit einer schnellen SSD verknüpft. Der Vorteil gegenüber einer normalen SSHD ist die Größe des Flash-Speichers:

Man kann mit der normalen StoreMI Technologie eine SSD von bis zu 256GB in einen Festplattenverbund mit einer HDD setzen. Bei SSHDs werden üblicherweise nur 8GB Flash-Speicher verbaut.

Ansonsten funktioniert der Verbund exakt gleich wie eine normale SSHD. Man kann sogar noch einen Teil seines Arbeitsspeichers als besonders schnellen Cache zur Verfügung stellen, was ebenfalls einen ordentlichen Leistungsschub bietet.

Auch was die Kombination der Datenträger angeht sind wenig Grenzen gesetzt. Ob SSD, HDD, SSHD oder andere Flash-Speicher, ihr könnt ziemlich alles in den Verbund mit aufnehmen. Selbst Intel Optane Speicher können mit StoreMI angebunden werden.

Warum StoreMI für Gamer cool sein kann? Der folgende Screenshot zeigt euch einen Anwendungsfall: WoW lädt anscheinend fast 3x schneller, als mit einer normalen HDD:

Was die Ausfallgefahr angeht, so ist die Gefahr bei dieser Softwarelösung genau so groß, wie bei SSHDs. Wenn eine der Verbundplatten den Geist aufgibt, dann ist der komplett Festplattenverband als solcher nichtmehr funktionsfähig.

Da ihr keinen Einfluss darauf habt, welche Datei auf welchem Gerät landet, können Programme oder auch das System hierdurch nichtmehr richtig agieren.

Es ist zwar selten dass Festplatten ausfallen, ihr solltet aber regelmäßig die Daten des kompletten StoreMI-Verbunds sichern.

Um StoreMI nutzen zu können, sind AM4 oder TR4 Mainboards nötig. Ihr benötigt also recht aktuelle Systeme, um hiervon wirklich Gebrauch machen zu können.

Intel Optane 

Intel kombiniert mit Optane eine Hardwarelösung mit einer Softwarelösung. Hierbei wird ein kleinerer Flashspeicher über einen PCIe oder M.2 Slot mit dem System verbunden.

Durch die direktere Anbindung anstelle eines SATA-Ports entsteht eine deutlich schnellere Verbindung.

In Kombination mit dem neuartigen 3D-XPoint-Speicher lassen sich so erheblich schnellere Datenraten als mit aktuellen SSDs erreichen.

Der Unterschied ist, dass mit Optane sogar normale SATA-SSDs noch einen Leistungsschub erfahren können. Bei normalen Alltagsanwendungen ist der jedoch eher nicht bemerkbar ist.

HDDs profitieren allerdings stark von dieser Lösung.

Damit ihr Intel Optane nutzen könnt, benötigt ihr einen Intel Prozessor der 7. Generation mit einem Z270 Mainboard oder eine neuere Kombination. Mit AMD Prozessoren ist Optane leider nicht kompatibel, da anders als bei StoreMI hier keine Unterstützung für die Konkurrenz angedacht ist.

Optane Speicher sind in den unterschiedlichsten Größen erhältlich, können bei größeren Speichergrößen jedoch sehr teuer werden. Daher muss jeder für sich selber überlegen, ob ihm nicht eine einfache SSD reicht.

Fazit: SSD oder HDD?

Aktuelle PC-Spiele belegen immer mehr Speicherplatz auf euren Festplatten. In Kombination mit den damit verbundenen Ladezeiten ist eine SSD eine absolut sinnvolle Anschaffung für Gamer. Zwar erhält man dadurch keine direkte Gaming Performance, doch es erspart einem viele lange Wartezeiten.

Vor allem wenn man Spiele auf einem hohen Schwierigkeitsgrad spielt, was zu häufigen Toden führt, können lange Wartezeiten extrem frustrieren. Auch bei Open-World Games bringen SSDs jede Menge Vorteile.

Dabei muss man auch nicht zwingend eine große SSD kaufen. Eine 500GB Platte für das System und die wichtigsten Spiele reicht absolut. Bei den momentan deutlich sinkenden SSD Preisen ist das keine besonders teure Anschaffung, die sich aber absolut lohnt. Nicht nur für die Spiele, sondern auch für die Ladezeiten des Betriebssystems.

Mit geschicktem Dateimanagement kann man so alle Spiele, die einen aktuell beschäftigen, auf der schnellen SSD halten.

Habt ihr bereits eine besonders große HDD, dann ist vielleicht sogar die AMD StoreMI Technologie interessant für euch, um eine 250GB SSD mit der HDD in einen Hybrid-Verbund zu bringen. Das kann einen ordentlichen Leistungsschub für kleines Geld bringen.

Insgesamt sind Hybrid-Lösungen aber nicht so schnell wie eine echte SSD. 

Wenn ihr im System den Platz habt, dann ist es insgesamt am sinnvollsten, eine Kombination von HDD und SSD im PC zu nutzen, unabhängig davon ob ihr die Platten im Verbund betreibt.

So könnt ihr sicherstellen, dass größere Dateien, die nicht auf die Geschwindigkeit einer SSD angewiesen sind, diese nicht vollstopfen. Musik und Filme könnt ihr dann getrost auf der HDD lagern.

So oder so gilt: Sichert eure Daten regelmäßig! Datenverluste durch Plattendefekte oder Viren sind sehr ärgerlich, vor allem wenn wichtige Dateien oder Erinnerungen wie Fotos betroffen sind. Hierfür bieten sich NAS-Systeme, Cloud Speicher oder externe Festplatten an.

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Weiterführende Informationen zum Thema SSD oder HDD und Recherchequellen:

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