Roccat Vulcan 100 Test: Designer-Stück mit starker Technik

Roccat Vulcan 100 Test

Wieder liegt eine mechanische Tastatur auf dem Tisch. Doch dieses mal haben wir keinen festen Rahmen. Wir haben uns die Roccat Vulcan 100 AIMO einmal genauer angesehen und sie ausgiebig für euch unter die Lupe genommen. Was die Tastatur mit dem extravaganten Design kann und auch was nicht, haben wir für euch zusammen gefasst. Denn 100 € (VULCAN 80), 120 € (VULCAN 100) und 150 Euro (VULCAN 121) möchten investiert werden.

Was uns gefallen hat


  • Titan-Switches sind präzise und direkt
  • RGB Features sehr gut
  • Leisere Anschläge im Gegensatz zu anderen Switches
  • Kompaktes Design
  • Umfangreiche Software für die Konfiguration

Das war weniger gut


  • Keine Makrotasten
  • Ohne Handballenablage
  • Recht teuer
  • Keine USB/Audio Slots
  • Software etwas unübersichtlich
Roccat Vulcan 100 Testergebnis
  • 8/10
    Gaming Performance - 8/10
  • 9/10
    Verarbeitung, Material & Verpackung - 9/10
  • 8/10
    Preisleistung - 8/10
  • 8/10
    Features & Ausstattung - 8/10
8.3/10

Kurzfassung

Die Roccat Vulcan 100 Aimo überzeugt in der Gaming-Performance vor allem durch ihre flotten Titan-Switches mit knackigem Feedback und schnell auslösenden Tasten. Leider gibt es keine dedizierten Makrotasten, wodurch wir hier Punkte abziehen müssen. Bei der Verarbeitung punktet die Roccat Vulcan mit hochwertigen Materialien und einer stabilen Aluminiumplatte, sowie einem ummantelten Kabel. Dennoch müssen wir für die lackierten Keycaps einen Punkt abziehen. Bezüglich Preisleistung kann uns die 100er Version der Roccat Vulcan überzeugen, leider ist das Ding dann doch recht teuer. In Punkto Features fehlen uns leider ein USB-Passthrough, Handballenablage und die besagten Makro-Tasten. Alles in allem ist die Roccat Vulcan aber eine sehr gute Gaming Tastatur mit Top-RGB und exzellenter Qualität.

Anmerkung: Weitere Alternativen zur Roccat Vulcan 100 findet ihr in unserem Gaming Tastatur Test.


Ausstattung & Features


Da liegt er nun, der große schwarze Karton, der uns Features um die Ohren wirft, hübsche Bilder präsentiert und wir sind gespannt, was sich in dem Karton befindet. Wir legen die Tastatur erstmal zur Seite und sehen uns den Inhalt der Schachtel an.

Enthalten waren 3 Aufkleber mit Logo der Firma, eine Schnellstartanleitung und… das war's. Etwas irritiert suchen wir nach einer CD mit Treibern und Software, einer ausführlichen Anleitung. Nichts weiter… Okay, das "Faltblatt" welches Roccat zur Schnellinstallation beilegt, kann auch als Poster genutzt werden. Aber ansonsten leitet man uns freundlich auf das Portal zur Installation. Schade.

Vergleichen wir hier die ältere "Ryos MK" , welche noch mit CD und Treibern ausgeliefert wurde, fehlt uns da einfach etwas. Zumal die "Halterungen" im Karton für eine CD vorhanden sind.

Kommen wir aber zum wesentlichen. Die Tastatur ist schnell angeschlossen, die Treiber und die AIMO Software von Roccat installiert und schon leuchtet das gute Stück.

Bevor wir die Vulcan nun testen, hier die gewohnte technische Übersicht:

Roccat Vulcan 100 Gaming Tastatur: Die wichtigsten Eckdaten im Überblick

  • Modelname: Roccat VULCAN 100
  • Keyboard Switch: Roccat "Titan Switch TACTILE"
  • Tastatur-Art: Mechanisch, offen
  • Materialien: Hartplastik, Aluminium
  • Beleuchtung: ​Komplett RGB
  • Anschluss: Über USB
  • USB-Zusatzanschluss: Nein
  • Polling-Rate: 1000 Hz (1 Millisekunde)
  • Anti-Ghosting: Ja​
  • Key-Rollover: Komplett n-Tasten
  • Mediakontrolle: Eingeschränkt, F-Kürzel
  • Gaming-Modus: Ja
  • Kabel: Fest, 1,8m Länge
  • Breite (Länge): 46,2 cm
  • Tiefe: 16,0 cm
  • Höhe (Dicke): 3,2 cm
  • Gesamtgewicht: 1200g
  • Garantie: 2 Jahre

Schauen wir uns im Folgenden mal noch ein paar spezifische Features der Vulcan an.

Media-Sondertasten: Lauter, leiser oder heller, dunkler?

Wer sich die "VULCAN" ansieht, dem wird der Drehschalter über dem Num-Pad nicht entgangen sein. Auch die drei in Silikon gehaltenen Tasten daneben nicht. Hier hat Roccat es geschafft, die Multimedia-Tasten sauber in einem einfachen Layout zu verpacken. Ohne riesige Schalter und Knöpfe, einfach klein und klar strukturiert.

Das Lautstärke-Rädchen und Media-Kontrolle der Roccat Vulcan

Dort können wir unseren Desktopsound direkt mit einem Tastendruck muten, oder nach Bedarf die Lautstärke runterregeln.

Hier ist es schade, das die "VULCAN" Serie keinen Kopfhörer-Ausgang hat. Gerne hätten wir so nur diesen separat geregelt, statt den ganzen Desktop zum schweigen zu bringen.

Mittig zwischen der Lautstärke und der Mute-Taste findet sich dann die "FX"-Taste. Ist diese aktiv, können wir durch den Drehschalter die Leuchtstärke der Tastatur dimmen. Und das in mehreren Stufen und ohne beim spielen und die Software der "VULCAN" öffnen zu müssen. Schönes Feature, was absolut mehr Hersteller übernehmen sollten. Bekannte Funktionen wie "Play, Vor und Zurück" für den Lieblings-Mediaplayer, werden dann über die F-Tasten genutzt.

RGB-Beleuchtung: Ganz schön bunt hier

Wenn wir schon bei den leuchtenden Tasten sind, schauen wir uns die RGB Features doch mal genau an. Die Switches selber sitzen in einem klaren Plexiglas-Käfig, welcher auf der Aluplatte der Tastatur aufliegt. Diese kleinen Käfige der Switches sind jeweils mit einer einzelnen LED belegt. Warum das so grandios ist, erklären wir gleich.

Die Tastenkappen sind dabei aber nicht ausgefräst, sondern lediglich bedruckt. Ein Langzeittest wird zeigen, wie stabil der Druck auf den Tasten ist. 

Die RGB-Beleuchtung ist gleichzeitig auch das Herzstück der Software. Hier erwarten uns verschiedene Profile für die RGB Beleuchtung. Direkt als Erstes ist hier der Punkt der Roccat-Eigenen Beleuchtungssoftware "AIMO" zu erwähnen.

Diese beleuchtet unsere Tastatur in verschiedensten Farben, je nach Spiel sogar passend. Wenn eure Lebenspunkte zum Beispiel fallen, wird die Tastatur in bedrohliches Rot gelegt. Oder ihr erhöht eure Tastenanschläge, wodurch die Farben dynamisch pulsieren.

Ihr schreibt doch einen Text? Dann hinterlegt "AIMO" euch die zuletzt getippte Taste kurz in einem anderen Farbton. Kurz gesagt: Eine hübsche Spielerei.

Typische Profile wie "der Herzschlag" (eure Tastatur pulsiert leuchtend), die "Schlange" oder das "Kräuseln" (Die Tastatur ist dunkel hinterlegt, nur von der aktuell genutzten Taste gehen wie bei einem Steinwurf in den See Wellen aus) sind ebenfalls für euch hinterlegt.

Die Software bietet euch viele Einstellungen für die RGB-Beleuchtung

Dazu dürft ihr euch selber Profile anlegen und das Farbbild der Tastatur pro Taste bestimmen. Hier kommen die eingangs erwähnten einzeln beleuchteten Tasten ins Spiel. Ihr mögt die Tastatur komplett in Blau erstrahlen lassen, aber WASD und die Leertaste sollen Rot leuchten? Kein Problem! Jede Taste ist einzeln belegbar, auch Effekte wie das Wellen-Profil oder der Herzschlag sind hier mit konfigurierbar. Schöne Sache.

Was aber auch direkt aufgefallen ist: Unterfunktionen der Tasten wie der "€" auf dem E, die "$" auf der 4 oder auch die Profilbelegungen der Profile auf F1 bis F4 oder die Macro-Bezeichnungen M1 bis M6, sind hier nicht mit beleuchtet.


Verarbeitung, Design & Haptik


Was uns direkt anspricht, ist das tolle Design. Die offenen Switches, die flach gehaltenen Keypads mit einer Stärke von ca 3 mm, das mit Aluminium unterlegte Tastenfeld und doch kompakte Design. Oft sind mechanische Gamingtastaturen recht klobig, haben breite Rahmen und wirken überladen. Roccat stellt seine "VULCAN" Reihe hier eher subtil vor. Die Tasten liegen auf einer angenehmen Höhe auf, durch die fehlende Rahmenkonstruktion wirkt die Tastatur sogar fast klein.

Die Roccat Vulcan hat ein offenes Tastenkappen-Design

Über dem Nummernblock haben wir dann den oben beschriebenen Drehschalter und drei kleine Knöpfe. Alles wirkt insgesamt stimmig und harmonisch, wenn auch ungewohnt durch die frei liegenden Tasten. Das USB-Kabel ist, wie von Roccat gewohnt, gesleeved und wirkt sehr fest und stabil. Durch die Länge von 1,8 Metern wird hier auch die Entfernung zum Computer kein Problem.

Die mittlerweile dazu gehörenden Stellfüße und Gummierungen an der Unterseite der Tastatur lassen die "VULCAN" an Ort und Stelle stehen, auch der Winkel ist ohne Handballenablage angenehm. Diese wird, wie eingangs erwähnt, bei der Serie VULCAN 120 direkt geliefert. Die Modelle "100" und "80" müssen ohne auskommen.

Leider lässt sich diese laut Roccat-Shop auch nicht einzeln bestellen, was wir schade finden. Ansonsten wird die original Ablage bei der "VULCAN 120" per Magnet-Anbindung an die Tastatur gesetzt.

Das Kernelement – Die Switches

Die Verarbeitung ist, wie in diesem Preissegment allgemein üblich, sehr hochwertig. Die Keypads wackeln nicht, das Drehrad rastet solide an den Punkten ein, die Anschläge auf den Tasten wirken in der Tat angenehmer und kürzer. Der Geräuschpegel fällt durch den Aufbau des kürzeren Weges und der direkt aufsitzenden Caps merklich.

Gerade für Spieler ist das natürlich angenehm. Falls ihr also eine mechanische Tastatur mit genialer Haptik sucht, die eure Freunde im TS oder Zuschauer auf Twitch nicht zu Tode nervt, dann werdet ihr mit der Vulcan Freude haben.

Die Titan-Switches der Roccat Vulcan 100 in der Nahaufnahme

Roccat selber bewirbt seine "TITAN"-Switches als stabiler, schneller und direkter. Beim Tippen konnten wir schon einen Unterschied zu den gewohnten "BROWN"-Modellen von Cherry bemerken. Gerade die kürzeren und damit leichteren Anschläge waren für uns beim Schreiben sehr bemerkbar. Die Tastencaps selber wackeln dabei nicht, sitzen fest in ihren Switches und leuchten munter vor sich hin.


Anpassung & Software


Die generelle Anpassung und Programmierung von Tasten ist einfach. Durch einen Klick in der "SWARM"-Software können wir aussuchen, welche Funktionen ausgelöst werden sollen. Dazu gibt uns Roccat vorgefertigte Profile zu verschiedenen Situationen zur Hand, wir dürfen aber auch eigene Kombinationen festlegen. Das passiert zum einen über ein Eingabefenster, zum anderen können wir bequem per Drag & Drop die jeweilige Funktion einfach auf die gewünschte Taste ziehen.

In der Swarm-Software könnt ihr Makros für eure Roccat Vulcan erstellen

Dazu erlaubt "SWARM" eine automatische Erkennung der Spiele.

Ihr habt eure Makrotasten für APEX anders belegt wie für WoW? Die Software erkennt , welchen Titel ihr gerade spielt und lädt so das gewünschte Profil.

Wer dann doch verschiedene Beleuchtungen und Makro-Setups speichern möchte, kann das über die Profile. Die aktiviert man "On the Fly" einfach mit der FN-Taste und den ersten vier F-Tasten. So erstellten wir Profile für den Tag (hellere Beleuchtung, bunter und aktiver) und auch welche für den Abend (dezenteres Licht, weniger Farbwechsel).

Der Wechsel selber funktioniert sofort. In der "Tastenkonfiguration" darf sich mit der Belegung der VULCAN ausgetobt werden. Gerade für Makro-Freunde könnte das aber eher ein Problem werden.

Leider keine dedizierten Makrotasten

Die Vulcan hat leider keine ausgelagerten Makrotasten. Viel mehr bedient man sich an aus dem Laptop/Notebook Bereich gewohnten FN-Funktionen. Ihr drückt also die FN Taste, haltet diese gedrückt und drückt dann erst die gewünschte Makro-Taste. So wird auch der "GAME MODE" aktiviert. Dadurch wird der VULCAN verboten, die Windows-Taste und üblichen Kombinationen aus Windows zu aktivieren. Wer kennt es nicht? Noch schnell in CS:GO um die Ecke hinter die Kiste und dann beim Drücken der STRG-Taste die Windows-Taste erwischt... Muss ja nicht sein.

Allerdings könnt ihr trotzdem Makros aufzeichnen und jeder beliebigen Taste zuordnen. In der Software sieht das dann so aus:

Ein Custom-Makro für Anno


Gaming Performance


Das Zocken, worum es doch eigentlich bei einem Gaming-Keyboard geht, ist das Kernelement. Natürlich bemerkten wir beim Spielen das leisere Tippen und Anschlagen im Gegensatz zu bekannten Cherry Red-Switches, welche zum Beispiel in der Corsair K65 und der Kingston Hyper X Alloy verbaut sind.

Durch den kürzeren Federweg soll nicht nur die Lautstärke der Tasten minimiert werden. Roccat schreibt sich 20 % schneller umgesetzte Anschläge auf die Features. Wir sollten also, wenn die Finger es denn zulassen, einen Unterschied von fast einem Viertel spüren können. Die „Bounce“ Technologie soll uns hier diesen Vorteil schmackhaft machen.

Dieser Effekt bleibt aus.

Wir sind nicht schneller in der Baureihenfolge in StarCraft oder flinker in Fortnite. Und doch fühlt es sich durch die „Titan“ Switches angenehmer an. Die Software selber läuft stabil, die Makroerstellung funktioniert gut und die vielen Möglichkeiten zur Gestaltung gibt es dann auch dazu.


Fazit zum Roccat Vulcan 100 Test


Die Roccat VULCAN 100 ist eine der hochwertigsten Tastaturen, die wir bislang testen konnten. Gerade optisch sticht sie dabei so manchen Konkurrenten aus und Roccat bleibt bei seiner Linie: Bereits Bekanntes aufnehmen, weiter ausbauen und mit anderen Features vermengen. Denn die frei stehenden Tasten waren schon öfter vertreten, hier wirkt es aber wie "aus einem Guss".

Die "TITAN" Switches hingegen haben uns direkt erwischt. Das Schreibgefühl und auch Spielgefühl, kommt uns direkter und knackiger vor, als bei anderen Switches. Dazu die Aluplatte als Grundfläche, die transparenten Switch-Käfige mit der Beleuchtung, die dezente Regulierung per Drehschalter über dem Nummernblock. Es wirkt einfach passend und komplett für uns.

Natürlich fehlt uns der USB-Anschluss oder gar ein Audio-Docking. Bei näherer Betrachtung wäre sowas bei der Optik aber eher unpassend gewesen. Einziger wirklicher Wermutstropfen ist wie so oft der Preis. Vom Umfang und der Technik her, kann uns die VULCAN trotzdem begeistern und erhält somit eine klare Kaufempfehlung.


Noch mehr Gaming Tastaturen im Test:


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